Comeback Lance Armstrong startet für Astana

Neues Team: Der siebenfache Tour-de-France-Sieger Lance Armstrong wird 2009 für den kasachischen Skandal-Rennstall Astana fahren. Das bestätigte ein Direktor des dortigen Radsportverbands. Sein erstes Rennen soll Armstrong bei der Tour Down Under in Australien bestreiten.


Hamburg - Armstrong startet sein Comeback beim Astana-Team. Das bestätigte Nikolaj Proskurin, der Vizepräsident des kasachischen Radsport-Verbandes. "Armstrong wird eine neue sportliche Marke für Kasachstan setzen. Er ist ein großartiger Sportsmann", sagte Proskurin. "Fakt ist, dass er von uns ein Angebot erhalten hat. Den Rest soll Armstrong selbst sagen", teilte Astana-Sprecher Philippe Maertens am Mittwoch mit.

Radprofi Armstrong: Zurück auf die Straße
AP/ The Aspen Times

Radprofi Armstrong: Zurück auf die Straße

Armstrong hatte sein Comeback vor zwei Wochen angekündigt. In dieser Woche gibt er zwei Pressekonferenzen, am Mittwoch in New York und am Donnerstag in Las Vegas. Es wird erwartet, dass er bekannt gibt, für welchen Rennstall er starten wird. Teamchef bei Astana ist der Belgier Johan Bruyneel, der bereits bei den Rennställen US Postal und Discovery Channel mit Armstrong zusammenarbeitete.

Nach seinem Karriereende waren Doping-Anschuldigungen laut geworden. Eingefrorene Urinproben aus dem Jahr 1999, die für eine wissenschaftliche Studie nachträglich ausgewertet worden waren, hatten Spuren des Blutdopingmittels Epo aufgewiesen. Der US-Star hat jegliche Dopingvorwürfe stets bestritten.

Comeback down under

"Lance Armstrong to race at 2009 TDU" - mit diesen Worten wird auf der Homepage der Australien-Rundfahrt das spektakuläre Comeback des umstrittenen Rad-Superstars angekündigt. Mike Rann, Ministerpräsident des Bundesstaates South Australia, wird dort so zitiert: "Dass die Radsportlegende Lance Armstrong sein Comeback in South Australia geben wird, ist ein Riesenerfolg für den Staat und wird die Tour Down Under ganz weit vorn unter den weltweiten Profi-Radrennen platzieren." In einer Pressemitteilung sagte Rann zudem: "Wir haben eine Reihe internationaler Rivalen ausgestochen, die alle Gastgeber des Comebacks von Lance sein wollten."

Auch Tourdirektor Mike Turtur bestätigte die Meldung. Die Rundfahrt, die am 18. Januar in Adelaide, der Hauptstadt von South Australia, beginnt und am 25. Januar dort endet, zählt zu den ProTour-Rennen des Weltverbandes UCI, der höchsten Kategorie im Radsport. Die Tour Down Under, die seit 1999 ausgetragen wird, gilt als Saisonauftakt und Vorbereitung auf die Rennen in Europa.

Allerdings sagte Radsportdirektor Proskurin am Mittwoch, dass Armstrong sein erstes Rennen bei der Tour of California bestreiten werde, die am 14. Februar 2009 in Sacramento startet.

Der Tour-de-France-Sieger von 2007, Alberto Contador aus Spanien, hatte am Dienstag angekündigt, Astana verlassen zu wollen, falls Armstrong zum Team stößt. Astana hatte wegen mehrerer Dopingskandale 2007 die Frankreich-Rundfahrt verlassen müssen und war 2008 nicht eingeladen worden. Contador startete bei seinem Toursieg noch für Discovery Channel. Er gilt als verdächtig, Kunde des Dopingarztes Eufemiano Fuentes gewesen zu sein.

Mit seinem Comeback, so Armstrong, wolle er auf den Kampf gegen Krebs aufmerksam machen. Er war Mitte der neunziger Jahre selbst an Hodenkrebs erkrankt.

all/ap/reuters/sid/afp



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Der Vogel, 10.09.2008
1.
Zitat von sysopFührende Profi-Radsportler überhöhen das geplante Comeback von Lance Armstrong zur Rückkehr einer Ikone. Dabei steht der einstige Dominator der Tour de France im Ruch des Dopings. Führt dies Comeback den Radsport in eine Krise?
Der Radsport verkraftet doch auch Riis und Basso und alle anderen, warum nicht auch Armstrong?
Dylan1941, 10.09.2008
2.
Zitat von sysopFührende Profi-Radsportler überhöhen das geplante Comeback von Lance Armstrong zur Rückkehr einer Ikone. Dabei steht der einstige Dominator der Tour de France im Ruch des Dopings. Führt dies Comeback den Radsport in eine Krise?
Soll er doch die neuen Mittel ausprobieren!
sportskanone 10.09.2008
3.
Zitat von sysopFührende Profi-Radsportler überhöhen das geplante Comeback von Lance Armstrong zur Rückkehr einer Ikone. Dabei steht der einstige Dominator der Tour de France im Ruch des Dopings. Führt dies Comeback den Radsport in eine Krise?
Wer steht denn nicht im Ruch? Der General ist zurück und wird wieder die Massen spalten. Na und.
Rainer Helmbrecht 10.09.2008
4.
Zitat von sysopFührende Profi-Radsportler überhöhen das geplante Comeback von Lance Armstrong zur Rückkehr einer Ikone. Dabei steht der einstige Dominator der Tour de France im Ruch des Dopings. Führt dies Comeback den Radsport in eine Krise?
Ich denke eine Kriese wird das nicht, aber er verwirrt die Fachleute mit der Frage, gibt es eine Dope, die wir (noch) nicht kennen? MfG. Rainer
P-Berg, 10.09.2008
5.
Zitat von sysopFührende Profi-Radsportler überhöhen das geplante Comeback von Lance Armstrong zur Rückkehr einer Ikone. Dabei steht der einstige Dominator der Tour de France im Ruch des Dopings. Führt dies Comeback den Radsport in eine Krise?
Steckt denn der Radsport nicht schon lange drin ?
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