Halbfinale der Darts-WM Van Gerwen lässt Anderson keine Chance

Michael van Gerwen steht im Finale der Darts-WM. Das "vorgezogene Finale" gewann er haushoch gegen Gary Anderson. Fürs Finale muss sich Michael Smith warm anziehen.

Michael van Gerwen
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Michael van Gerwen


Michael van Gerwen hat durch einen furiosen 6:1-Sieg über Gary Anderson das Finale der Darts-WM erreicht. Im Londoner Alexandra Palace ließ van Gerwen seinem Konkurrenten keine Chance, der über weite Strecken des Spiels unter seinen Möglichkeiten blieb. Dabei war das Spiel im Voraus als vorgezogenes Finale angesehen worden.

Anderson legte gut los, nahm van Gerwen direkt den ersten Anwurf ab, indem er eine 127 checkte. Nach einem kurzen Abtasten der beiden entschied van Gerwen den ersten Satz mit 3:2 für sich. Es sollte erst der Anfang einer Machtdemonstration des Niederländers sein.

Gary Anderson
SEAN DEMPSEY/EPA-EFE/REX

Gary Anderson

Van Gerwen gewinnt neun Spiele in Folge

Im zweiten und dritten Satz gewann Anderson nämlich kein einziges Spiel mehr. Van Gerwen spielte sich dagegen in einen Rausch, hatte im zweiten Satz einen durchschnittlichen Score von über 112 und traf überragende 100 Prozent der Doppelfelder.

Anderson traf dagegen fast gar keine Doppelfelder und musste mit ansehen, wie van Gerwen immer weiter davonzog. Zwischen dem ersten und dem vierten Satz gewann van Gerwen neun Spiele in Folge.

Andersons Aufbäumen kann van Gerwen nicht mehr aufhalten

Ein kurzes Aufbäumen von Anderson, als er sechs perfekte Darts warf und nach zehn Spielen wieder ein sogenanntes "Leg" gewinnen konnte, hielt van Gerwen nicht mehr auf.

Zwischenzeitlich spielte van Gerwen den vierthöchsten durchschnittlichen Score, der je bei einer Darts-WM gespielt wurde. Damit trieb der Niederländer das Ergebnis weiter in die Höhe. Anderson blieb nur noch der Galgenhumor, in den er sich nach dem 5:0 flüchtete, als er grinsend von der Bühne stieg. Wohlgemerkt nur rund 40 Minuten nach dem ersten geworfenen Dart.

Anderson verhindert zumindest den "Whitewash"

Im sechsten Satz kam Anderson dann plötzlich stark verbessert zurück auf die Bühne, holte sich neben dem ersten Spiel auch das Break. Obwohl van Gerwen mit einem direkten Re-Break antwortete, sicherte sich Anderson zumindest das 1:5 in Sätzen - und verhinderte damit einen sogenannten "Whitewash", ein Match ohne gewonnenen Satz.

Als es Gary Anderson im siebten Satz mit sechs Darts nicht schaffte, zwölf Punkte zu checken und auch in der Folge weitere Möglichkeiten ausließ, war die Partie endgültig entschieden.

Im Finale trifft van Gerwen auf Michael Smith, der das zweite Halbfinale gegen Nathan Aspinall 6:3 gewonnen hatte. Das Finale findet am 1. Januar ab 20.45 Uhr statt (Liveticker auf SPIEGEL ONLINE).

In einer früheren Version des Artikels wurde geschrieben, dass van Gerwen das Spiel ohne Satzverlust gewonnen hat. Dieser Fehler wurde korrigiert.

hba



insgesamt 15 Beiträge
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Seite 1
Orthoklas 31.12.2018
1. Es ist Darts
Es ist nur Darts! Woher dieser Medienhype um das Kneipenspiel kommt, weiß wohl eh nur die Mafia. Aber niedlich, wie sich die Spieler so unglaublich kreative Spitznamen verpassen.
ralle0507 31.12.2018
2. Schön, Darts
Wieso nur Darts ? Ich finds toll, wie die meisten meiner Bekannten. Schaue ich mittlerweile öfters als Bundesliga. Jedem das Seine !
scrabyard 31.12.2018
3. "Nur Darts"
Das mit dem Hype frage ich mich eher beim Fußball...
Sal.Paradies 31.12.2018
4. Nicht übertreiben
Warum sollte sich ein M.Smith "warm" anziehen? Im Artikel hätte auch erwähnt werden können, dass Anderson unterirdisch spielte und völlig von der Rolle war und mit einem Average von ca. 88 an diesem Tag selbst gegen die beste Frau im Dart verloren hätte. Dart ist nichit Fussball, wo der Gegner einen direkten Einfluß auf die eigenen Würfe hat. Natürlich kann jemand mit einem guten Score Druck auf den Gegner ausüben, aber diese Top-Spieler sind das gewöhnt und knnen sehr gut damit umgehen. Anderson habe ich noch nie so schlecht spielen sehen und ich gucke schon viele Jahre Dart-Sport. Richtig ist, dass M.v.G extrem gut+sicher spielte und sein Spiel konnte man bis zum 5:0 als furios beschreiben. Aber dennoch wäre ein 5:0 gegen einen Top-Mann wie Anderson niemals möglich, wenn der "normal" spielt und seine Legs mit normalen Würfen gewinnt. M.v.G ist natürlich Favorit auf den Titel, aber ich würde M.Smith nicht unterschätzen, denn der hat bis jetzt auch sehr überzeugend gespielt. Gab es überhaupt schon einmal ein so kurzes Halbfinale? Ganz sicher die größte Demütigung, die ein Weltmeister wie Anderson jemals über sich ergehen lassen musste. An vielen Stellen kam er mir vor als hätte er einen totalen Blackout.
nadja_romanowa 31.12.2018
5.
Was Darts so interessant macht ist die Tatsache, dass es keine dubiosen Schiedsrichterentscheidungen gibt. Diese Gaunereien machen Sportarten wie Fußball, Handball, Tennis usw. unerträglich.
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