Davis-Cup-Viertelfinale Deutsches B-Team führt sensationell 2:0 in Frankreich 

Was für ein Debüt für Peter Gojowczyk im Davis-Cup-Team: Der 24-Jährige schlägt Frankreichs Star Jo-Wilfried Tsonga. Es fehlt nur noch ein Sieg - und Deutschland steht erstmals seit 2007 wieder im Halbfinale.

Tennisprofi Gojowczyk: Überraschender Erfolg gegen Tsonga
AP/dpa

Tennisprofi Gojowczyk: Überraschender Erfolg gegen Tsonga


Hamburg - Carsten Arriens wusste für einen Moment nicht mehr, wohin mit seinen Emotionen. Der Bundestrainer der deutschen Tennis-Herren sprang von seiner Bank auf und umarmte Peter Gojowczyk, drehte sich zur Bank und feierte mit dem Team, ehe er erneut Gojowczyk um den Hals fiel. Der Davis-Cup-Debütant hatte gegen den Franzosen Jo-Wilfried Tsonga Sekunden zuvor für die Überraschung des Tages gesorgt und Deutschland im Viertelfinale 2:0 in Führung gebracht. Am Nachmittag hatte bereits Tobias Kamke das Auftaktmatch gewonnen.

5:7, 7:6 (7:3), 3:6, 7:6 (10:8) und 8:6 lautete nach einem dramatischen Match und 4:19 Stunden das Endergebnis. Gojowczyk humpelte in der Schlussphase nur noch, der 24-Jährige hatte sich beim größten Sieg seiner bisherigen Laufbahn am Oberschenkel verletzt.

"Wenn das Match wegen Verletzung oder Krämpfen weggegangen wäre, das wäre ganz bitter gewesen", sagte Arriens: "Ich habe keine anderen Gedanken als an das Team hier. Alles andere, was davor war, ist weit weg." Gojowczyk dankte seinem Kapitän: "Carsten hat eine sehr, sehr große Rolle gespielt, er hat mir unglaublich geholfen auf der Bank."

Nun fehlt dem DTB-Team, das nach den Absagen von Thomas Haas, Philipp Kohlschreiber und Florian Mayer mit einer B-Mannschaft angetreten ist, nur noch ein Sieg zur ersten deutschen Halbfinal-Teilnahme seit sieben Jahren. Gegner dort wäre voraussichtlich Titelverteidiger Tschechien, das 2:0 in Japan führt. Bereits mit dem Doppel am Samstag (14 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) können André Begemann und Tobias Kamke die Sensation perfekt machen.

In Runde eins hatte die DTB-Auswahl Spanien 4:1 bezwungen, dabei allerdings für einen Eklat gesorgt. Weder Haas noch Kohlschreiber oder Mayer hatten sich in der Lage gesehen, das sportlich unbedeutende dritte Einzel am Sonntag zu spielen. Beim Versöhnungstag des Deutschen Tennis-Bundes war es zudem zum Streit zwischen Kohlschreiber und Arriens gekommen. Beide bezichtigten sich gegenseitig der Lüge.

mib/dpa/sid



insgesamt 10 Beiträge
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bssh 04.04.2014
1. Große Leistung
Toll von beiden. Das ist eine Riesenüberraschung! Schon der Sieg von Kamke kam unerwartet, aber nun auch noch Tsonga geschlagen, die Nr. 12 der Welt, damit hatte wohl keiner gerechnet. Gratulation an die beiden Spieler.
torquemada23 04.04.2014
2. Super, Jungs
von wegen " B " ;-)
Mindrock 04.04.2014
3. weitermachen
Man sollte mit diesen Spielern auch die nächsten Spiele bestreiten. Es geht tatsächlich auch ohne diese egoistischen Drückeberger aus Frankfurt. Lieber mal ein Spiel verlieren, aber dafür Tennis mit Herz und Emotionen sehen - von Spielern, denen es noch etwas bedeutet für ihr Land anzutreten.
tobiasl 04.04.2014
4. optional
Stark, einfach nur stark! Daran sollten sich die verwöhnten, reichen großkotzigen Diven, die null, aber absolut null Weltklasseleistungen bringen, mal eine Scheibe abschneiden. Jetzt das Ding nur noch nach Hause bringen, Jungs!
jesse01 04.04.2014
5. Große Überraschung aber ich habe es doch erwartet !!!
So chancenlos sind sie nicht gegen die Franzosen, deshalb für mich keine Sensation !! Überraschenderweise haben sich die Franzosen mit dem ultraschnellen Belag selbst ein Bein gestellt. Gerade Growi ist mit seiner Statur und Athletik einem Tsonga auf so einem Belag doch ebenbürtig, gerade mit dem harten Service. Ich tippe 3 zu null nach dem Doppel morgen !!!!
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