Daviscup Deutschland nimmt die Hürde Israel

Die deutschen Tennisspieler dürfen wieder vom Aufstieg in die Weltgruppe träumen. Gegen Außenseiter Israel ließen die Spieler von Daviscup-Kapitän Patrick Kühnen nichts anbrennen. Das deutsche Doppel Tommy Haas und Alexander Waske machte bereits vorzeitig alles klar.


Deutsches Doppel Waske, Haas: Gelbe Tafeln vom Sponsor
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Deutsches Doppel Waske, Haas: Gelbe Tafeln vom Sponsor

Alsdorf - Das deutsche Daviscup-Team hat in der Playoff-Runde vom 24. bis 26. September die Chance auf den direkten Wiederaufstieg in die Weltgruppe. Alexander Waske, der sich im Lauf der Partie in eine sensationelle Form steigerte, und Tommy Haas, der sich davon mitziehen ließ, gewannen am Samstag in Alsdorf das Doppel gegen Jonathan Erlich und Andy Ram mit 2:6, 5:7, 6:2, 6:4, 6:2 und sorgten damit für das bereits entscheidende 3:0 gegen Israel. Am Freitag hatten Rainer Schüttler und Nicolas Kiefer die deutsche Mannschaft mit glatten Siegen gegen Noam Okun und Harel Levy mit 2:0 in Führung gebracht.

Erster Einsatz von Waske

Zur Überraschung der Zuschauer, die am Samstag nicht so zahlreich in die Halle strömten und nur gut die Hälfte der 2000 Plätze füllten, verzichtete Kühnen darauf, das in den letzten Wochen auf der Tour bereits eingespielte Doppel Kiefer/Schüttler zu nominieren. Stattdessen verteilte einer der Haas-Sponsoren gelbe Tafeln, auf denen der Schriftzug "Go for it, Tommy" das Comeback von Haas ankündigte. Mehr als anderthalb Jahre nach seinem bis dato letzten Daviscup-Match gegen den Venezolaner Jimy Szymanski in Karlsruhe gab der 26-Jährige, dessen Einzel-Bilanz bei 12:1 steht, sein Debüt im Doppel an der Seite von Alexander Waske, der damit zu seinem ersten Daviscup-Einsatz kam.

In den ersten beiden Sätzen lief im deutschen Team nicht viel zusammen. Tommy Haas verlor seine beiden Aufschlagspiele, Alexander Waske schlug nahezu jeden Ball ins Netz oder ins Aus. Ernüchterung machte sich breit, nicht nur unter den Zuschauern sondern auch in der deutschen Box. Erst Mitte des zweiten Satzes fand das deutsche Doppel allmählich zusammen, dabei war es stets Waske, der die Führung übernahm und den nach wie vor leicht indisponierten Haas mitzog.

Entscheidung im fünften Satz

Zwar ging der zweite Durchgang noch verloren, doch danach drehten Haas und Waske den Spieß um. Die beiden harmonierten zusehends besser, profitierten dabei allerdings auch von ihren immer schwächer werdenden Gegnern. Vor allem Jonathan Erlich driftete nach starkem Beginn in eine geradezu desolate Form, der gleichfalls nicht sonderlich stabile Ram konnte an seinem 24. Geburtstag die Fehler seines Partners nicht neutralisieren. Mit 6:2 gewann das deutsche Doppel den dritten Satz, im dritten legten Haas und Waske mit 6:4 nach.

Im fünften Satz lief dann für Haas und Waske alles nach Plan. Das erste Break gelang den Deutschen zum 3:2, danach steigerte sich vor allem Alexander Waske in die Form seines Lebens und rechtfertigte das Vertrauen, das Teamkapitän Patrik Kühnen in ihn gesetzt hatte. Die Zuschauer hielt es nicht mehr auf ihren Sitzen, die ohnehin bereits demoralisierten Israelis, die in der aktuellen Teamwertung der ATP Platz acht belegen und 2003 im Halbfinale von Wimbledon standen, ließen sich immer weiter entnerven und fanden keinen Ausweg mehr. Nach 3:10 Stunden landete ein Ball der Israelis im Aus, der Jubel kannte keine Grenzen mehr.

Tele 5 verzichtet auf die Sonntagsspiele

Sollte es nach Plan laufen, würden Rainer Schüttler und Nicolas Kiefer die beiden unbedeutend gewordenen Einzel am Sonntag spielen. Zunächst müsste Schüttler gegen Levy antreten, danach hätte es Kiefer mit Okun zu tun. Der Münchner Privatsender Tele 5, der am Freitag und Samstag vom ersten bis zum letzten Ballwechsel live übertrug, wird am Sonntag allerdings keine Bilder mehr aus Alsdorf senden.

Die Playoff-Runde um den Wiederaufstieg wird am Dienstag um 13 Uhr MESZ in London ausgelost. Neben der deutschen Mannschaft sind bislang die acht Erstrunden-Verlierer der Weltgruppe (Australien, Russland, Tschechien, Kanada, Marokko, Kroatien, Rumänien, Österreich) sowie die Slowakei und Thailand qualifiziert.



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