Daviscup Haas droht Rausschmiss aus DTB-Team

Während seine Landsmänner bei den Australian Open einen rabenschwarzen Auftakttag erlebten, sorgt Deutschlands bester Tennisprofi Tommy Haas neben dem Court für Schlagzeilen.


Ärger mit dem Verband: Tommy Haas
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Ärger mit dem Verband: Tommy Haas

Hamburg - Georg von Waldenfels ist erbost über Deutschlands besten Tennisspieler Tommy Haas. "Die Grenze ist erreicht", sagte der Präsident des Deutschen Tennis Bundes (DTB). "Wenn er seine Beschimpfungen gegen den Verband nicht unterlässt, wird das Konsequenzen haben. Er wird schließlich nicht gezwungen, im Daviscup zu spielen." Es werde keine "Sonderbehandlung Haas" geben, schrieb von Waldenfels dem 24-Jährigen zum Grand-Slam-Turnier per E-Mail nach Melbourne und bot ein persönliches Gespräch an. Zugleich aber betonte der Funktionär: "Sein abfälliges Verhalten werde ich nicht mehr akzeptieren."

"Haas ist nicht immer gut beraten"


Einen Monat vor der Daviscup-Erstrundenpartie in Zagreb gegen Kroatien (8. bis 10. Februar) droht der Zwist zwischen Haas und dem Verband zu eskalieren. Vor seinem Auftakteinzel bei den Australian Open am Dienstag gegen den Russen Andrej Stoljarow wiederholte der Hamburger seine Kritik an von Waldenfels und den "Leuten beim DTB, die vom Tennis keine Ahnung haben". Hauptstreitpunkt ist die strikte Absage des DTB, Haas für die Saison einen privaten Physiotherapeuten zu finanzieren.

Die Vorstellungen des Spielers, dass der DTB die rund 100.000 Euro für dessen Physiotherapeuten übernehmen soll, kann von Waldenfels nicht nachvollziehen. "Es ist mir ein Rätsel, wie er auf diese Idee kommt. Offenbar ist er nicht immer gut beraten." Auch die neuen, erfolgsabhängigen Daviscup-Verträge finden nicht Haas' Zustimmung. Von Waldenfels entgegnete: "Bei einem Sieg im Daviscup wird mehr Geld ausgeschüttet als beim letzten Triumph 1993." Damals bekam die Mannschaft um Michael Stich für den Erfolg gegen Australien umgerechnet rund 500.000 Euro überwiesen.

Stich nominiert Haas


Unterdessen nominierte der vom DTB-Ultimatum unterrichtete Kapitän Stich am Montag seine Mannschaft für Kroatien - mit Haas. Außerdem setzt Stich auf Nicolas Kiefer, Rainer Schüttler und David Prinosil. Offiziell hätte das Team erst zehn Tage vor der Partie - also am 29. Januar - benannt werden müssen. "Die Spieler sollen rechtzeitig wissen, woran sie sind. Ich möchte, dass sie bei den Australian Open ein gewisses Maß an Sicherheit haben", betonte Stich. Wer gegen Wimbledonsieger Goran Ivanisevic & Co. tatsächlich spielen wird, ließ der Elmshorner offen. "Ich habe die besten deutschen Einzelspieler und mit David Prinosil unseren besten Doppelspieler nominiert. Alles Weitere wird später entschieden."



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