Daviscup Mayer verliert, Haas gleicht aus

Erstes Spiel, erste Niederlage. Die Daviscup-Premiere für Florian Mayer im Aufstiegsspiel gegen die Slowakei verlief alles andere als glücklich. Gegen Dominik Hrbaty kassierte der Bayreuther eine klare Niederlage. Immerhin konnte Thomas Haas im zweiten Einzel kontern.


Florian Mayer: Von einer Ecke in die andere getrieben
AP

Florian Mayer: Von einer Ecke in die andere getrieben

Bratislava - Mutig, entschlossen und nervenstark hat Haas gegen die Slowakei das 1:1 geschafft und für die deutsche Daviscup-Mannschaft die Chance auf den Wiederaufstieg in die Weltgruppe gewahrt. Beim 6:7 (2:7), 6:1, 6:1, 6:1 gegen Karol Beck hatte Haas nur im ersten Satz Schwierigkeiten, anschließend bewies der deutsche Leitwolf seine spielerische Klasse. "Wir haben das erste Mal gegeneinander gespielt, deshalb war ich im ersten Satz etwas angespannt", sagte Haas nach der Partie

Kraft sparen konnte Haas vor dem Samstag-Match mit Alexander Waske gegen Hrbaty/Beck freilich nicht. Das Doppel könnte zum Schlüsselspiel werden, bevor am Sonntag das Duell der beiden Spitzenspieler ansteht. Ob Mayer zum abschließenden Einzel am Sonntag gegen Karol Beck antreten kann, ist fraglich. "Ich habe leichte Armschmerzen", erzählte der geschlagene Aufsteiger der Saison. "Hoffentlich bin ich rechtzeitig fit."

"Tommy wusste, was auf ihn zukommt", sagte Kapitän Patrik Kühnen nach dem hart erkämpften Erfolg in 2:19 Stunden. Er habe im Getöse der rund 3500 mit Trommeln und Rasseln ausgerüsteten Fans bewiesen, dass er "mit diesem Druck umgehen kann. Im ersten Satz war er ein bisschen zu hektisch und hat seinen Rhythmus nicht gefunden. Aber der dritte und vierte Satz war Tennis vom Feinsten. Besser kann man nicht spielen", lobte der Teamchef. Haas holte damit im 15. Daviscup-Match seinen 14. Sieg.

Tommy Haas: "Tennis vom Feinsten"
AP

Tommy Haas: "Tennis vom Feinsten"

Dagegen hatte Florian Mayer im Spiel gegen den Dominik Hrbaty einen schweren Stand. "Ich hatte null Chance, das muss ich anerkennen", sagte Mayer nach dem klaren 3:6, 1:6, 3:6 gegen Hrbaty. Übernervös und ohne probate Mittel war der 20-Jährige gegen die vor heimischer Kulisse in Bratislava wie entfesselt auftrumpfende Nummer eins der Slowakei untergegangen.

"Ich wollte Tommy etwas von dem Druck nehmen. Schade, dass es nicht geklappt hat", stellte Mayer nach der nur 88 Minuten dauernden Lehrstunde gegen Hrbaty zerknirscht fest. "Man kann dem Flo keine Vorwürfe machen", sagte Kapitän Patrik Kühnen, "Hrbaty hat unglaublich stark gespielt."

Mit harten Aufschlägen, die nicht selten 220 Stundenkilometer schnell waren, übernahm der Slowake das Kommando auf dem stumpfen Hartplatz und trieb Mayer von einer Ecke in die andere. Neun Assen standen ganze zwei des überforderten Deutschen gegenüber, der auch bei den Gewinnschlägen (14:31) klar im Hintertreffen war.



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