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Adler Mannheim: Der DEL-Rekordmeister

Foto: Christian Kaspar-Bartke/Getty Images

DEL-Meister Adler Mannheim Der Liga entflogen

In einer Saison voller Bestmarken haben sich die Adler zum Rekordmeister der Deutschen Eishockey Liga gekürt. Mannheim und Final-Gegner München sind der Konkurrenz sportlich und finanziell enteilt.

Es sieht ja immer ein wenig ungelenk aus, wenn sich jemand mit Straßenschuhen auf Eis fortbewegt. So kam auch Daniel Hopp nur schwerlich voran. Allerdings musste der Geschäftsführer der Adler Mannheim sowieso alle paar Meter auf der Eisfläche der Mannheimer Arena stehenbleiben. Spieler, Trainer, Mitarbeiter, Bekannte, Offizielle von Liga und Verband, Reporter - und sie alle wollten etwas von ihm. Da blieb kaum Zeit für einen Blick auf die Tribünen, wo 13.600 Fans sangen und tanzten, weil die Adler gerade Deutscher Meister geworden waren.

"Es ist ein Traum, eine Genugtuung", sagte Hopp sichtlich erleichtert. Nun konnte er es sein, in den Minuten zuvor war daran nicht zu denken. Denn fast hätte seine Mannschaft gegen den EHC Red Bull München eine 4:1-Führung verspielt. Kurz sah es so aus, als müsste die Meistersause abgesagt werden - ehe Thomas Larkin in der Verlängerung zum 5:4 traf und die Halle explodieren ließ. Der vierte und entscheidende Sieg im Play-off-Finale der Deutschen Eishockey Liga (DEL) war perfekt.

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Dass die Mannheimer ein würdiger Meister sind, daran besteht kein Zweifel. Auch die Münchner, zuletzt Seriensieger mit drei Titeln in Folge, erkannten das an. Bereits in der Hauptrunde hatten die Adler mit 112 Punkten nach 52 Spielen einen Rekord aufgestellt, doch erst in den Playoffs spielten sie "unser bestes Eishockey", wie Toptorjäger Markus Eisenschmid (28 Saisontreffer) sagte: 4:1 gegen Nürnberg, 4:0 gegen Köln, 4:1 gegen München. Für die zwölf Siege bis zum Titel benötigten sie 14 Spiele. Nie war ein Team schneller. Nie hat eins die DEL von Mitte September bis Ende April so dominiert.

Neuanfang mit neuem Konzept

Das ist sicherlich überraschend, aber keine Sensation. Schließlich stehen die Adler dank Daniel Hopp, Sohn des SAP-Gründers und Fußballmäzens Dietmar Hopp, weit oben in der Etat-Tabelle der DEL. Mithalten können da nur die Münchner mit ihren Red-Bull-Millionen. Doch Geld allein macht auch im Eishockey nicht glücklich: Nachdem die Mannheimer 2015 ihre siebte Meisterschaft gewonnen hatten, trafen sie viele falsche Personalentscheidungen. Zu oft wurde nach Name gekauft. Das Ergebnis: Anfang 2018 fanden sich die Adler auf Rang zwölf der 14er-Liga wieder.

Daniel Hopp, 38, leitete als Geschäftsführer den Erfolg der Adler Mannheim ein

Daniel Hopp, 38, leitete als Geschäftsführer den Erfolg der Adler Mannheim ein

Foto: Eibner/ imago images

Da reichte es Hopp, der sich nie als reinen Mäzen, sondern stets als Gestalter definiert: Er kündigte "den größten Umbruch der Vereinsgeschichte" an und zog ihn durch. Neuer Manager wurde der bestens vernetzte Schwede Jan-Axel Alavaara. Als neue Trainer verpflichtete der Verein Pavel Gross und Mike Pellegrims, die bereits die finanziell deutlich schlechter ausgestatteten Wolfsburger mehrmals ins Finale geführt hatten. Auch neue Schlüsselspieler kamen: unter anderem Torjäger Eisenschmid und der famose finnische Verteidiger Joonas Lehtivuori.

"Wir haben alles verändert, und das war glaube ich ganz gut", sagte Hopp nun sichtlich zufrieden. Ob das gleich für eine Wachablösung in der DEL reiche, ließ er offen. Auch Stürmer David Wolf mahnte trotz der einseitigen Serie gegen den Titelverteidiger, "mit den Füßen auf dem Boden" zu bleiben. "Du darfst München nie abschreiben, die werden nächstes Jahr wieder neu angreifen."

Adler nutzen Münchner Schwächephase

Davon ist auszugehen. Zur Wahrheit der Mannheimer Überlegenheit gehört, dass die Münchner vor der Saison Nationalspieler wie Dominik Kahun oder Brooks Macek nach Nordamerika verloren und das ganze Jahr über Verletzungspech hatten. Erschwerend kam hinzu, dass sie wegen ihres Einzugs ins Finale der Champions League und der engeren Play-off-Serien am Ende 17 Spiele mehr absolviert hatten als die Mannheimer. Nächste Saison könnte es wieder deutlich enger zugehen zwischen Adlern und EHC.

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Adler Mannheim: Der DEL-Rekordmeister

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Es würde niemanden wundern, wenn es dann zur Neuauflage des Finals kommt. Die Klubs sind dem Rest der Liga finanziell wie sportlich enteilt. Sie haben die besten Trainer, die tiefsten Kader und locken immer neues Spitzenpersonal an. Im Finale stand nicht umsonst der halbe Silberkader von Olympia 2018 auf dem Eis, zudem zahlreiche Akteure mit Erfahrungen aus der NHL oder der russischen KHL.

Selbst Nürnbergs spendierfreudiger Mäzen Thomas Sabo hat da aufgegeben: Im Dezember klagte er gegenüber dem Fachmagazin "Eishockey News": "München und Mannheim laufen etatmäßig einfach weg, da ist nicht mehr mitzuhalten, und das will man auch gar nicht mehr." Machen sie keine allzu groben Fehler, könnte das Rennen um die deutsche Eishockey-Meisterschaft über Jahre ein Zweikampf werden.

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