Olympische Spiele in London Verband verteidigt Friedrichs Nominierung

Ariane Friedrich wird bei Olympia gute Leistungen bringen. Davon ist der Deutsche Leichtathletikverband überzeugt und hat die Nominierung der Hochspringerin verteidigt. Zuvor hatten ehemalige Athleten heftige Kritik an Friedrichs Teilnahme in London geäußert.

Hochspringerin Friedrich: "Sie wurde immer nur geschickt hochgejubelt"
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Hochspringerin Friedrich: "Sie wurde immer nur geschickt hochgejubelt"


Hamburg - Nach der teils heftigen Kritik an der Nominierung von Ariane Friedrich für die Olympischen Spiele in London (27. Juli bis 12. August) hat der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) die deutsche Hochsprung-Rekordlerin (2,06 m) verteidigt. Sportdirektor Thomas Kurschilgen sagte, Kritik sollte sachgerecht sein und auf der Basis des Wissens um die Bedingungen geübt werden.

Fakt sei, dass Friedrich nach ihrem Achillessehnenriss im Dezember 2010 in diesem Jahr mit 1,92 Meter zweimal die B-Norm der Nominierungsrichtlinien des DLV erfüllt habe - und das mit verkürztem Anlauf. "Widrige Wetterverhältnisse und zuletzt eine Magen-Darm-Infektion haben dann ihre sportliche Weiterentwicklung in erheblichem Maße gestört", sagte Kurschilgen. Ihre Leistungen im Training seien jedoch so gut gewesen, dass der Verband von einer vorderen Platzierung in London ausgehe.

Die zweimalige Hochsprung-Olympiasiegerin Ulrike Nasse-Meyfarth (1972 und 1984) hatte nach Friedrichs Nominierung am Mittwoch Kritik am Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) geübt: "Ich habe kein Verständnis für die Nominierung von Ariane Friedrich. Nach ihrem dritten Platz bei der EM in Barcelona im Sommer 2010 hat sie bis heute keine Leistung gebracht." Man könne dem DOSB, dem DLV und Friedrich "nur wünschen, dass weniger schrill colorierte Haare als vielmehr Leistungen die Olympia-Wildcard rechtfertigen und Farbe in den Hochsprung der Frauen bringen", so Nasse-Meyfarth.

"Nominierung ist ein Schlag ins Gesicht für andere Sportler"

Rainer Henkel, Ex-Ehemann von Hochsprung-Olympiasiegerin Heike Henkel (1992), sagte: "Die Nominierung von Friedrich ist ein Schlag ins Gesicht für andere Sportler. Besonders für die, die in den letzten Jahren Medaillen bei EM und WM gesammelt haben, aber in diesem Jahr nur knapp gescheitert sind an der Norm."

Der Schwimm-Weltmeister von 1986 kritisierte vor allem DOSB-Präsident Thomas Bach: "Nur weil Bach auf diese Art der Anbiederung steht, kann ich seinen Kommentar verstehen, dass Friedrich ein Wettkampf-Typ sei. Immerhin hat sie genau das Gegenteil bewiesen, nämlich die Leistung nicht abrufen zu können, wenn es darauf ankommt. Sie wurde immer nur geschickt hochgejubelt."

ham/sid



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Nonvaio01 06.07.2012
1. ehemalige
Zitat von sysopDPAAriane Friedrich wird bei Olympia gute Leistungen bringen. Davon ist der Deutsche Leichtathletikverband überzeugt und hat die Nominierung der Hochspringerin verteidigt. Zuvor hatten ehemalige Athleten heftige Kritik an Friedrichs Teilnahme in London geäußert. http://www.spiegel.de/sport/sonst/0,1518,843001,00.html
Die sollten am besten ruhig sein, Sie ist die beste die wir in Deutschland im Hochsprung haben, also muss Sie such zu Olympia. Das Sie nun krank war und die quali nicht machen konnte spielt keine rolle in meinen Augen. Wenn ich sehe was andere laender noch Olympia schicken...
KrC 06.07.2012
2. optional
Was diese Person doch für Extrawürste überall braten darf... Menschen denunzieren als Polizistin, ohne entsprechenden Nachweis der Leistung nach London fahren... aber hey, wenn sie dann in London die gleiche "nicht ausreichende" Leistung zeigt wird da sicher ne Lebensmittelvergiftung oder nen pöser Stalker oder sonstwer Schuld sein... die anderen, die jetzt nur aufgrund ihrer Leistung nach London hätten fahren dürfen sollten in Zukunft das trainieren sein lassen und sich lieber mit Vitamin-B oder ggfs. anderen körperlichen Dienstleistungen zur Veranstaltung ihrer Wahl beordern lassen.
eriksen4china 06.07.2012
3. Ein Spiegel der Gesellschaft
Ja, so funktionierts heutzutage! Vollmundige Ankuendigungen - egozentrisches Auftreten und dann die Schuld im falle des Misserfolges bei Anderen bzw. den Umstaenden suchen. Das Selbstdarstellungs-Duo Friedrich/Eisinger machts vor - die Bescheidenen ohne Lobby sind die Dummen. Unser WM-Vierter des letzten Jahres, Markus Esser bleibt - ich glaube - wegen fehlender 7 cm zu Hause...
benutzer10 06.07.2012
4. Alle Achtung
Zitat von sysopDPAAriane Friedrich wird bei Olympia gute Leistungen bringen. Davon ist der Deutsche Leichtathletikverband überzeugt und hat die Nominierung der Hochspringerin verteidigt. Zuvor hatten ehemalige Athleten heftige Kritik an Friedrichs Teilnahme in London geäußert. http://www.spiegel.de/sport/sonst/0,1518,843001,00.html
Alle Achtung vor Nasse-Meyfarth und Henkel, die die Dinge beim Namen nennen und nicht aus Opportunismus den Mund halten. Das ist auch mein Eindruck, dass Friedrich immer nur "hochgejubelt" wurde und Ihre Stärke offenbar darin besteht, Funktionäre für sich einzunehmen, die dann ihretwegen die Statuten beugen. Keine gute Entwicklung.
Draven 06.07.2012
5. Vitamin B
Solange es in unserem Land eine Norm gibt, welche man erfüllen muss, solange sollte das auch ausschliesslich Gültigkeit haben! Die Zeit, diese Norm zu erfüllen, ist wirklich ausreichend und wenn dann eine Verletzung oder einen Magen-Darm-Grippe eine Qualifikation verhindern, dann ist das eben Schicksal und ha auch andere Athleten schon getroffen. In diesem Fall ist es einfach unerträglich, dass Frau Friedrich schon so unangenehm aufgefallen ist und deswegen jeder auf sie achtet. Gerechtigkeit sieht jedenfalls anders aus und wäre ich ein Athlet, welcher knapp an der Norm gescheitert ist, ich würde vermutlich an unserm Land zweifeln, was doch immer wieder betont, keine Bananenrepublik zu sein. Tauschen möchte vermutlich niemand mit Ariane Friedrich, denn nun ist der Druck auf ihr. Sie muss unter die Top 5 kommen, denn wenn sie versagt - und die Chancen dafür stehen gut - dann wird sie fallen gellassen wie eine heisse Kartoffel und nicht einmal Stalker interessieren sich für sie.
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