Deutsche Pleitenserie Auch Hacker und Kumbernuss draußen

Die beiden nächsten Olympia-Enttäuschungen aus deutscher Sicht sind perfekt. Mit dem Ruderer Marcel Hacker und der Kugelstoßerin Astrid Kumbernuss sind zwei weitere prominente Athleten vorzeitig gescheitert. Hacker galt sogar als Goldkandidat.


Verlierer Hacker: "Der Kopf hat nicht mitgespielt"
AP

Verlierer Hacker: "Der Kopf hat nicht mitgespielt"

Athen - Vizeweltmeister Hacker verpasste heute Vormittag im Einer-Halbfinale auf dem See in Schinias überraschend den Einzug in den Endlauf. Die durch eine Sehnenverletzung gehandicapte Kumbernuss scheiterte mit einer Weite von 17,89 Metern in der Qualifikation. "Das ist eine ganz bittere Stunde für mich. Ich wäre gern am Nachmittag noch dabei gewesen", sagte die 34-jährige Kugelstoßerin Kumbernuss.

Die dreimalige Weltmeisterin schied vor knapp 10.000 Zuschauern im antiken olympischen Hain von Olympia ebenso aus wie Nadine Beckel, die 17,11 Meter schaffte. Nadine Kleinert qualifizierte sich mit 18,65 Metern als einzige deutsche Kugelstoßerin für den Endkampf der besten zwölf. Die beste Weite legte die Weißrussin Nadeschda Ostaptschuk mit 19,69 Metern vor.

"Ich war fit, aber der Kopf hat nicht mitgespielt. Bei dem hohen Anfangstempo war für mich nichts zu holen", sagte der 27 Jahre alte Hacker. Der deutsche Hoffnungsträger kam in seinem Lauf hinter Weltmeister Olaf Tufte (Norwegen) und dem Bulgaren Ivo Janakiew nur als Dritter ins Ziel. Der Rückstand von 5,62 Sekunden auf Tufte kommt einem Debakel gleich.

Zwei Jahre nach dem WM-Triumph in Sevilla wollte Hackers Trainer Andreas Maul einen Rückzug seines Schützlings nicht kategorisch ausschließen: "Nun müssen wir sehen, wie Marcel, die Sponsoren und der Deutsche Ruderverband darauf reagieren."

Verliererin Kumbernuss: "Eine ganz bittere Stunde"
DPA

Verliererin Kumbernuss: "Eine ganz bittere Stunde"

Dagegen steuert Katrin Rutschow-Stomporowski weiter auf Erfolgskurs: Die WM-Zweite aus Berlin verwies die Tschechin Mirka Knapkova in souveräner Manier auf Rang zwei. Dem Einer-Finale am Samstag kann sie mit großem Optimismus entgegensehen: Ihre stärksten Konkurrentinnen Ekaterina Karsten (Weißrussland) und Rumjana Nejkowa (Bulgarien) waren im zweiten Halbfinale über eine Sekunde länger unterwegs als Rutschow-Stomporowski.

Auch der Deutschland-Achter der Männer steht im Finale der olympischen Ruder-Regatta. Der WM-Sechste belegte im Hoffnungslauf mit einem Rückstand von nur einer Bootskastenlänge Rang zwei hinter Weltmeister Kanada, aber vor Olympiasieger Großbritannien, der damit ausgeschieden ist. Die deutsche Mannschaft um Schlagmann Michael Ruhe, die zuletzt 1996 mit Silber in Atlanta eine olympische Medaille gewonnen hatte, rudert am Sonntag um Edelmetall.



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