Deutsche Volleyballer Fünftes WM-Spiel verloren, 50.000 Euro gewonnen

Wieder eine Niederlage, aber wieder Glück gehabt: Die deutschen Volleyball-Männer waren bei der WM gegen Tschechien chancenlos, können aber immer noch Neunter werden. Verbandschef Werner von Moltke freute sich trotz der Pleite über viel Geld.


Hiroshima - "Mir machen einen gewaltigen Sprung in der Weltrangliste und steigen von der Förderkategorie drei in die zwei auf", sagte von Moltke, Präsident des Deutschen Volleyball-Verbandes (DVV). Der angestrebte neunte WM-Platz bleibt erreichbar, 50.000 Euro mehr Fördergelder pro Jahr vom Bund schon jetzt sicher sind. Zuvor hatte das DVV-Team bei der WM in Japan die fünfte Niederlage nacheinander hinnehmen müssen, 1:3 (23:25, 27:25, 21:25, 13:25) hieß es am Ende gegen den EM-Neunten Tschechien.

Deutscher Angreifer Kromm (l.): Durchhalteparolen in der Mannschaft
DPA

Deutscher Angreifer Kromm (l.): Durchhalteparolen in der Mannschaft

Trotzdem reichte dieses Ergebnis zum Einzug in die Platzierungsspiele um die Plätze neun bis zwölf, da Verfolger Kuba zuvor gegen die USA 0:3 verloren hatte. Im Überkreuzvergleich geht es am Samstag in Tokio gegen Puerto Rico. Der Olympiavierte USA trifft auf Kanada. Ein Wiedersehen mit den Amerikanern, denen das Team von Bundestrainer Stelian Moculescu in der Zwischenrunde 2:3 unterlegen war, ist möglich.

"Die Hoffnungen auf eine Sensation haben sich nach den vier Siegen zum Auftakt nicht erfüllt", kritisierte von Moltke. Bei den Spielern waren nach der erneuten Pleite mit einem blamablen letzten Satz vor allem Durchhalteparolen zu vernehmen. "Wir dürfen jetzt bloß den Kopf nicht in den Sand stecken", forderte Kapitän Stefan Hübner. Ralph Bergmann, der mit 36 Jahren Älteste im Team, sprach von "Ratlosigkeit".

Moculescu nahm die Niederlage gegen Tschechien angesichts des schon gesicherten Turnierverbleibs aber überraschend gelassen: "Wenn die Annahme nicht stimmt, dann kannst du nicht gewinnen - die haben uns auch viele Asse reingehauen." Bei den Tschechen war der 23-jährige Jan Stokr nicht zu stoppen, der 2,07-Meter-Mann holte allein 32 Punkte.

Nach dem einzig noch ungeschlagenen Geheimfavoriten Polen und dem Olympiafünften Serbien-Montenegro sowie Bulgarien zog Titelverteidiger Brasilien als viertes Team in das Halbfinale ein. Der Olympiasieger eroberte in Gruppe F mit dem 3:1 gegen den Weltliga-Vierten Bulgarien sogar noch den ersten Tabellenplatz und trifft nun auf Serbien-Montenegro. Der zweite Finalteilnehmer wird zwischen Polen und Bulgarien ermittelt.

goe/sid



© SPIEGEL ONLINE 2006
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.