DOSB-Haushalt 2017 Weniger Geld für den deutschen Sport

Der Deutsche Olympische Sportbund erhält im kommenden Jahr elf Millionen weniger vom Bund. DOSB-Präsident Alfons Hörmann ist enttäuscht, er hatte auf höhere Zuwendungen gehofft.

Christoph Harting bei den Olympischen Sommerspielen
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Christoph Harting bei den Olympischen Sommerspielen


Der deutsche Sport erhält vom Bund künftig weniger Geld als erhofft. Insgesamt bekommt der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) im Jahr 2017 167,1 Millionen Euro - das sind elf Millionen Euro weniger als 2016. In diesem Jahr hatte der Sport noch 178 Millionen Euro erhalten. Da aber 2017 keine Olympischen Spiele stattfinden, erfolgte eine Kürzung. Zudem fällt nach der gescheiterten Bewerbung Hamburgs für die Spiele 2024 ein weiterer Posten weg.

Ursprünglich sollte der Sportetat noch geringer ausfallen, in der Nacht zum Freitag wurden aber zusätzliche 5,2 Millionen Euro freigegeben, die zu einem Reformpaket gehören. Demnach erhalten die neuen olympischen Sportarten (Baseball/Softball, Karate, Sportklettern, Surfen und Skateboard) insgesamt drei Millionen Euro. Der deutsche Behindertensport wird mit zusätzlich 1,5 Millionen Euro unterstützt. Zudem werden 700.000 Euro für die zukünftige Potas-Geschäftsstelle zur Verfügung gestellt. Das Potenzialanalysesystem ist ein zentraler Punkt der Leistungssportreform, die am 1. Januar 2018 in Kraft treten soll.

"Diese Summe kann sich sehen lassen", sagte Martin Gerster (SPD) als Mitglied des Haushaltsausschusses im Bundestag und verwies auch auf die Summe von 100 Millionen Euro im Rahmen des Förderprogramms zur Sanierung kommunaler Sportstätten. Der Sportetat soll abschließend am 22. November beraten und drei Tage später im Bundestag verabschiedet werden.

DOSB-Präsident Alfons Hörmann
DPA

DOSB-Präsident Alfons Hörmann

DOSB-Präsident Alfons Hörmann hatte einen größeren Etat erwartet und hofft nun auf weitere Zuwendungen. "Wir sind mit Bundesinnenminister Thomas de Maizière nächste Woche wieder an einem Tisch und werden auch in Zukunft noch zahlreiche Male über die Mittel sprechen", sagte der DOSB-Präsident, der vor allem mit höheren Mitteln aus dem Reformpaket gerechnet hatte. "Das ist nicht der Rückenwind, den wir uns für die Leistungssportreform erhofft haben."

13 bis 15 Millionen Euro wollte Hörmann auf diesem Wege noch herausholen, doch es wurden 5,2 Millionen Euro. "Ich bin schon enttäuscht, denn dadurch wird der Start der Reform erschwert", sagte der 56-Jährige. Der SPD-Politiker Gerster versteht die Enttäuschung nicht: "Die Reform startet doch erst am 1. Januar 2018 und muss vom DOSB Anfang Dezember noch beschlossen werden. Außerdem sind 5,2 Millionen Euro eine respektable Größenordnung."

jan/sid/dpa



insgesamt 2 Beiträge
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w.o. 11.11.2016
1.
Wieso ist dopingverseuchter Spitzensport eine mit Steuergeldern finanzierte Staatsaufgabe?
Stephan Jäger 12.11.2016
2. Die Pharma Industrie
wird sich über die versteckte Unterstützung der deutschen Regierung freuen. Hoffentlich gibt es die Doping Mittel als Angebot, z.B. 2 Spritzen für den Preis von einer. Wie viel gibt die Regierung denn für die keinen Vereine zur Unterstützung, die Kindern einen Halt geben. Wäre auch mal ein interessanter Spiegel-Bericht. Den Autoren fehlt in der letzten Zeit zu oft der kritische Blick. Oder darf man in Deutschland jetzt nicht mehr unbequem sein.
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