Deutscher Triumph beim Ironman "Dieser Sieg ist süßer als süß"

Es ist der härteste Ausdauerwettkampf der Welt - der Mannheimer Normann Stadler hat ihn jetzt zum zweiten Mal gewonnen: Er siegte beim Ironman auf Hawaii. Auch den dritten Platz erkämpfte ein Deutscher.


Kona - "Dieser Sieg ist süßer als süß. Ich habe gezeigt, dass mein Erfolg vor zwei Jahren keine einmalige Sache war", sagte Normann Stadler nach dem Mammut-Rennen. Der 33-Jährige hatte bereits zu Beginn der Radstrecke die Führung übernommen. Beim Wechsel vom Rad zum Laufen hatte er mehr als sieben Minuten Vorsprung auf die Verfolger.

Auf der Marathonstrecke musste Stadler noch einmal um den Sieg bangen: Der Australier Chris McCormack verkürzte den Rückstand von Kilometer zu Kilometer. Doch Stadler rettete sich mit nur 71 Sekunden Vorsprung ins Ziel. Insgesamt benötigte der Mannheimer für die 3,8 Kilometer Schwimmen, 180 Kilometer Radfahren und 42,195 Kilometer Laufen 8:11:56 Stunden. Vorjahressieger Faris Al-Sultan (8:19:04) aus München belegte (8:13:07) den dritten Rang - und war dennoch zufrieden: "Ich hatte in der Vorbereitung einige Probleme, deshalb bin ich mit Platz drei zufrieden. Im nächsten Jahr werde ich wieder voll angreifen".

Es war der vierte Erfolg eines Deutschen auf Hawaii. 1997 hatte Thomas Hellriegel aus Bruchsal den Siegreigen eröffnet. 2004 gewann Stadler, 2005 Faris Al-Sultan.

Bei den Frauen gewann die Australierin Michellie Jones in 9:18:31 Stunden vor den Amerikanerinnen Desiree Ficker (9:24:02) und Lisa Bentley (9:25:18). Jones dominierte das Rennen von Beginn an und sicherte sich bei ihrem zweiten Start den ersten Hawaii-Titel ihrer Karriere. Im Ziel lag die 37-Jährige mehr als 5 Minuten vor Ficker.

Die Deutsche Triathlon Union (DTU) nutze den Erfolg der Deutschen, um im Anti-Doping-Kampf den Druck auf die World Triathlon Corporation (WTC) zu erhöhen: "Normann und Faris haben gezeigt, dass man auch Spitzenleistungen auf der Ironman-Distanz erbringen kann, wenn man in einem Anti-Doping-Kontroll-System integriert ist wie dies in Deutschland seit 2005 auf Initiative von DTU, Athleten und Veranstaltern auch für die Elite-Athleten auf der Langstrecke der Fall ist", erklärte DTU-Vizepräsident Martin Bentele: "Wir würden uns wünschen, dass die WTC dieses Vorgehen als Standard übernimmt und als Startvoraussetzung vorschreibt."

jul/dpa/sid



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