Zum Inhalt springen

Olympia-Highlights am Sonntag Ganz schön stark

Aufmarsch der Superstars: Am Sonntag betreten die US-Basketballer die olympische Bühne. Deutschland hofft auf Medaillen im Radsport, Fechten und Schießen. Im Gewichtheben ist das deutsche Team zumindest optisch top. Und Frankreich zeigt Großbritannien, wie Handball funktioniert.
Gewichtheberin Rohde: Vom Turniertanzen zum Gewichtheben

Gewichtheberin Rohde: Vom Turniertanzen zum Gewichtheben

Foto: Ronald Wittek/ dpa

Hamburg - Sie gehört zu den hübschesten Sportlerinnen im deutschen Olympia-Team - und zu den stärksten. Julia Rohde ist gerade einmal 1,55 Meter groß, knapp 53 Kilogramm schwer und kann fast 200 Kilogramm in die Höhe wuchten. Die 23-Jährige ist eine von zwei deutschen Gewichtheberinnen, die in London am Start sind. Vor allem aber ist sie die wohl attraktivste Vertreterin ihrer Sportart und damit ein Gegenentwurf zu ihren oft maskulin wirkenden Kolleginnen.

Als sie elf Jahre alt war, hatte Rohde keine Lust mehr auf Turniertanzen - also wurde sie Gewichtheberin. Noch Fragen? Ab 16.30 Uhr geht die in Görlitz geborene Sportsoldatin in der Klasse bis 53 Kilogramm an den Start, jedoch ohne Medaillenaussichten. Vor vier Jahren bei den Spielen in Peking wurde Rohde Siebte. Diese Platzierung würde sie gerne wiederholen.

US-Basketball-Stars James, Bryant, Durant (v.r.): Nur Gold zählt

US-Basketball-Stars James, Bryant, Durant (v.r.): Nur Gold zählt

Foto: STEVE MARCUS/ REUTERS

Mit Platz sieben haben die Herren oben im Bild so gar nichts im Sinn. Für sie zählt nur die Goldmedaille. Und es scheint fast unmöglich, dass die US-Basketballer nicht Olympiasieger werden. Dem "Dream Team" könnten höchstens ihre großen Egos im Weg stehen, schließlich leiden LeBron James, Kobe Bryant und Kevin Durant - vorsichtig formuliert - nicht gerade unter Minderwertigkeitskomplexen. Um 15.30 Uhr bekommen die Zuschauer in London die Superstars erstmals zu sehen, dann geht es für die USA zum Auftakt gegen Frankreich.

Hockey-Nationalspielerin Keller: Erst die Fahne, dann der Schläger

Hockey-Nationalspielerin Keller: Erst die Fahne, dann der Schläger

Foto: Christian Charisius/ dpa

Die deutschen Basketballer/innen haben sich übrigens nicht für die Spiele in London qualifizieren können. Die Fußballer/innen auch nicht, ebenso wenig die Handballer/innen. Und weil für die deutschen Volleyballer, die um 12.30 Uhr auf Russland treffen, "Dabei sein ist alles" gilt, richtet sich der deutsche Fokus in den Ballsportarten auf die Hockey-Teams. Beide sind Kandidaten für Gold. Als erstes müssen die Frauen um Fahnenträgerin Natascha Keller ran, sie spielen um 22.15 Uhr gegen die USA.

DSV-Athlet Biedermann: Zweiter Tag, vorletzte Chance

DSV-Athlet Biedermann: Zweiter Tag, vorletzte Chance

Foto: Michael Kappeler/ dpa

Der Auftakt am Samstag ging für das deutsche Schwimmteam gehörig daneben. Paul Biedermann, Britta Steffen mit der Staffel - für die deutschen Starter war bereits nach dem Vorlauf Schluss. Erster Tag, erste Krise. Doch lange können sich die DSV-Athleten nicht um die Aufarbeitung kümmern: Biedermann muss am Sonntag um elf Uhr schon wieder ran, diesmal im Vorlauf über 200 Meter Freistil. Es ist seine vorletzte Chance bei den Olympischen Spielen in London in Medaillenreichweite zu schwimmen.

Radprofi Arndt: Hoffen auf eine Medaille im Straßenrennen

Radprofi Arndt: Hoffen auf eine Medaille im Straßenrennen

Foto: Keld Navntoft/ dpa

Nachdem der Samstag aus deutscher Sicht enttäuschend verlief, treten Sonntag vier deutsche Medaillenhoffnungen an. Im Straßenrennen der Radprofis hoffen Judith Arndt und Ina-Yoko Teutenberg auf eine Podestplatzierung. Beim Säbel-Fechten gehört der Weltranglistenerste und vierfache Weltmeister Nicolas Limbach zu den Top-Favoriten. Und beim Schießen in der Disziplin Skeet will Christine Wenzel mindestens ihre Bronzemedaille von Peking wiederholen - und hofft insgeheim auf Gold.

Frankreichs Handball-Star Karabatic: Zum Auftakt gegen Großbritannien

Frankreichs Handball-Star Karabatic: Zum Auftakt gegen Großbritannien

Foto: PATRICK HERTZOG/ AFP

Und dann gibt es noch eine sehr interessante Begegnung im Handball. Frankreich, Olympiasieger 2008, Weltmeister 2009 und 2011 sowie Europameister 2010, trifft auf Großbritannien. Sie wussten nicht, dass der Gastgeber eine Handball-Nationalmannschaft hat? Doch doch, via Internet gecastet. Der Spielmacher ist sogar ein Deutscher, Deutsch-Schotte genauer gesagt. Chris Mohr spielt in Dänemarks dritter Liga und trifft nun auf Nikola Karabatic, Daniel Narcisse und Co. Also auf die besten Handballer der Welt. In der Sportredaktion von SPIEGEL ONLINE läuft daher schon die erste Olympia-Wette: Der eine Kollege glaubt, Frankreich gewinnt mit 25 Toren Unterschied. Ein anderer setzt dagegen - er sagt, es werden mehr sein.