Olympische Spiele Schweiz setzt auf Bundesliga-Profis, Gesundheitssorgen plagen Rath 

Das Verletzungspech der US-Basketballer hält an. Nun ist auch der Einsatz von College-Star Anthony Davis für die Olympischen Sommerspiele fraglich. Dressurreiter Matthias Rath bangt um seine Nominierung. Und: Fünf Profis aus der Fußball-Bundesliga stehen im Schweizer Aufgebot für London 2012.

Wolfsburg-Profi Rodriguez: Einer von zwei Wolfsburgern im Schweizer Olympiaaufgebot
DPA

Wolfsburg-Profi Rodriguez: Einer von zwei Wolfsburgern im Schweizer Olympiaaufgebot


Hamburg - Die Zeit für die Olympia-Nominierung des erkrankten Dressurreiters Matthias Rath und seines Hengstes Totilas wird immer knapper. "Wir wollen ihn am Freitag auf dem Pferd sehen", sagte Klaus Roeser, der Vorsitzende des Dressur-Ausschusses. Roeser, Bundestrainer Jonny Hilberath sowie ein Mediziner wollen sich dann persönlich einen Eindruck vom Gesundheitszustand Raths machen. Der Reiter muss nach Auskunft seines Pressesprechers noch immer das Bett hüten, weil er an Pfeiffer'schem Drüsenfieber leidet.

Springreiter Ludger Beerbaum wird nicht an den Olympischen Sommerspielen (27. Juli bis 12. August) in London teilnehmen. Nach 15 Strafpunkten mit der Stute Gotha im Eröffnungsspringen brach der viermalige Olympiasieger die Qualifikation beim CHIO in Aachen ab. "Die Stute ist einfach nicht in Form", sagte Beerbaum. "Damit ist für mich auch klar, dass ich nicht mehr für die Teilnahme an den Olympischen Spielen zur Verfügung stehe", so Beerbaum.

Fünf Fußball-Bundesligaprofis sind in das Schweizer Olympiaaufgebot berufen worden und drohen ihren Vereinen damit mehr als vier Wochen in der Saisonvorbereitung auszufallen. Wie der Schweizer Verband mitteilte, stehen der Wolfsburger Torwart Diego Benaglio und sein Teamkollege Ricardo Rodriguez sowie Mönchengladbachs Neuzugang Granit Xhaka, Werder Bremens François Affolter und Nürnbergs Timm Klose im Kader für die Olympischen Sommerspiele in London. Bayern Münchens Neuzugang Xherdan Shaqiri ist dagegen nicht dabei. Er hatte angekündigt, auf London zu verzichten.

Drei Europameister sollen Spanien nun auch zu Olympia-Gold verhelfen. Die Nationalspieler Jordi Alba (vom FC Valencia zum FC Barcelona gewechselt), Javi Martínez (Athletic Bilbao) und Juan Mata (FC Chelsea) wurden in das vorläufige Aufgebot der spanischen Fußballer für London nominiert. Auch der Abwehrspieler Álvaro Domínguez, der von Atlético Madrid zu Borussia Mönchengladbach gewechselt ist, gehört zum vorläufigen Kader von 22 Spielern.

Die amerikanischen Basketballer müssen in der Vorbereitung auf die Olympischen Sommerspiele auf Jeremy Lin verzichten. Der 23-Jährige trat wegen seiner unsicheren Vertragssituation mit den New York Knicks aus dem sogenannten Select Team zurück, das der Olympia-Auswahl im Trainingslager als Sparringpartner dient. Fraglich ist auch der Einsatz von Anthony Davis. Der 19 Jahre alte Power Forward, der in der vergangenen Woche beim Draft als Nummer eins von den New Orleans Hornets verpflichtet worden war, hat sich den Fuß verstaucht und muss bis zu zwei Wochen pausieren.

Zuletzt hatten die Amerikaner bereits einige Hiobsbotschaften zu verkraften. Für das Olympia-Aufgebot hatten die frisch gekürten Champions der amerikanischen Profiliga NBA Chris Bosh (Bauchmuskel) und Dwyane Wade (Knie) von den Miami Heat verletzungsbedingt abgesagt. Ebenso stehen die Topspieler Dwight Howard von den Orlando Magic (Bandscheibe) und Derrick Rose von den Chicago Bulls (Kreuzband) nicht zur Verfügung.

Der Vielseitigkeitsreiter Andrew Hoy steht als erster Australier vor seinen siebten Olympischen Sommerspielen. Der 53-Jährige wurde in das australische Aufgebot für London berufen. Hoy, Ehemann der deutschen Vielseitigkeitsreiterin Bettina Hoy, nahm erstmals 1984 in Los Angeles an Olympia teil. Dreimal (1992, 1996 und 2000) holte er mit dem Team Gold, in Sydney gewann er zudem im Einzelwettbewerb Silber.

rei/dpa/sid



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