Dirk Nowitzki Das Training des Meisters

Fechten, Rudern oder Schach: Das Training von NBA-Meister Dirk Nowitzki unterscheidet sich seit Jahren von dem seiner Mitstreiter und Kontrahenten. Verantwortlich für den speziellen Drill ist Lehrmeister Holger Geschwindner. Der brachte Nowitzki auch seinen Parade-Wurf bei.
Mavericks-Star Nowitzki: Auch im Training meisterlich

Mavericks-Star Nowitzki: Auch im Training meisterlich

Foto: Larry W. Smith/ dpa

Hamburg - Im sechsten Spiel der Finalserie liefen die letzten Sekunden herunter, Dirk Nowitzki fasste sich ungläubig an den Kopf. Endlich der ersehnte Titel, endlich NBA-Meister. Und während der 32-Jährige in der Kabine verschwand, um "ein bisschen zu heulen", kamen auch seinem Mentor einige Tränen. Ohne Lehrmeister Holger Geschwindner wäre der Star der Dallas Mavericks wahrscheinlich gar nicht so weit gekommen.

Seit 1995 arbeiten die beiden zusammen. Nowitzki profitierte immens von Geschwindners ungewöhnlichen Trainingsmethoden. "Er ist wahrscheinlich der Mann, der am meisten übersehen wird, aber die meiste Anerkennung verdient", sagt Mavericks-Manager Donnie Nelson.

Zum Training gehörte nicht nur Disziplin, den anstrengenden Drill durchzuhalten, sondern auch das Vertrauen, die ungewöhnlichen Übungen in Angriff zu nehmen. Die Ausbildung beinhaltete nicht nur Basketball. Nowitzki musste auch Fechten, Rudern oder Schach spielen, um Körper und Geist zu fördern. Der Meister rät seinem Schüler, zu lesen und Saxophon zu spielen. Nowitzki hat keine Bedenken, folgt, vertraut.

"Kein Mensch in der Welt kann ihn blocken"

"Holger hat mir beigebracht, zu werfen", so der 32-Jährige. Sein Wurf, Nowitzkis herausragendste Qualität, wurde über Jahre immer weiter optimiert. So ließ Geschwindner ihn auf Händen laufen und unzählige Froschsprünge machen. Dadurch erhielt der Schüler zudem die Beweglichkeit, die ihn heute ebenfalls auszeichnet - trotz seiner 2,13 Meter Körpergröße. Auch während der diesjährigen Playoffs und der Finalserie trainierte Nowitzki mit Geschwindner.

Fast bei jeder Finalpartie zeigte das US-Fernsehen in Spielpausen die Trainingsbilder des deutschen Duos. Sämtliche Experten gerieten dabei immer wieder ins Staunen, wenn Geschwindner seinen Schützling vor den Würfen Pirouetten drehen oder einbeinig abspringen ließ. NBA-Legende Charles Barkley, mittlerweile als TV-Experte tätig, sagt, dass er noch nie einen Spieler mit so einzigartigen Fähigkeiten wie Nowitzki gesehen habe.

Der Deutsche kann von überall auf dem Parkett punkten. Von hinter der Dreierlinie traf er in seinen 13 Jahren in der Liga 38,1 Prozent. Aus dem gesamten Feld sogar 47,6 Prozent, von der Freiwurflinie 87,7. In der NBA-Geschichte waren nur sechs Spieler, über die Karriere gesehen, treffsicherer als Power Forward Nowitzki - alle sind Guards, die schon aufgrund ihrer kleineren Statur gut werfen müssen. Große Spieler wie der Deutsche verfügen normalerweise nicht über solch eine Treffsicherheit. In den diesjährigen Playoffs verbesserte Nowitzki diese Werte nochmals, versenkte 48,5 Prozent aus dem Feld, 46 Prozent seiner Dreier und 94,1 Prozent der Freiwürfe.

Besonders faszinierend ist aber ein Wurf, den Nowitzki perfektioniert hat: den Fadeaway - einen Wurf im Rückwärtsfallen. "Kein Mensch der Welt kann ihn blocken", sagt selbst LeBron James, der Superstar der Miami Heat.

SPIEGEL ONLINE erklärt, wie dieser Schuss im Detail funktioniert:

Mit Material von dpa
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