NBA Nowitzki führt Dallas zu Comeback-Erfolg

16 Punkte Rückstand im vierten Viertel und dennoch gewonnen: Die Dallas Mavericks haben gegen Portland ein spektakuläres Comeback gezeigt. Dirk Nowitzki war dabei einer der entscheidenden Spieler.

Nowitzki (r.): Treffsicher gegen kleinere Verteidiger
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Nowitzki (r.): Treffsicher gegen kleinere Verteidiger


Hamburg - Basketball-Superstar Dirk Nowitzki hat die Dallas Mavericks zu einem wichtigen Erfolg in der nordamerikanischen Profiliga NBA geführt. Der Würzburger steuerte 25 Punkte zum 111:101 nach Verlängerung gegen die Portland Trail Blazers bei. Zeitweise hatte Dallas mit 16 Punkten zurückgelegen, zweieinhalb Minuten vor dem Ende betrug der Rückstand immerhin noch elf Zähler.

Nowitzki war am Donnerstag von Trainer Rick Carlisle beim Sieg bei den Sacramento Kings geschont worden. Die Pause tat dem 36-Jährigen sichtlich gut. Er machte allein im vierten Viertel zehn Punkte und traf sehenswerte Würfe über seine kleineren Verteidiger. In der Verlängerung war es Chandler Parsons mit zehn Zählern, der die Wende perfekt machte. Insgesamt holte er wie Monta Ellis 20 Punkte. Rajon Rondo fehlte erneut wegen eines Bruch des Nasenbeins und der Augenhöhle.

Mögliches Duell in der ersten Playoff-Runde

"Wir hingen in den Seilen, aber in der Verlängerung hatten wir das Momentum", sagte Mavericks-Trainer Rick Carlisle. Bei den Gästen waren Damian Lillard (26 Punkte) und LaMarcus Aldrige (25) die besten Werfer. Chris Kaman, der im Sommer an der Seite von Nowitzki bei der Europameisterschaft spielen könnte, kam nur auf vier Punkte.

Der Sieg gegen Portland war für Dallas besonders wichtig: 11 der 13 vorherigen Duelle mit West-Konkurrenten für einen Playoff-Platz hatten die Mavericks verloren. Dallas belegt mit 35 Siegen und 18 Niederlagen Rang fünf in der Western Conference, Portland ist Vierter mit einer Bilanz von 34 Siegen und 17 Niederlagen. Bliebe es dabei, würden die beiden Teams in der ersten Playoff-Runde aufeinander treffen.

Von "Irk" zu Dirk
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Einfach nur Dirk: In fast 16 Jahren in der NBA hat sich Dirk Nowitzki seinen Status als einer der besten Spieler der Basketball-Geschichte erarbeitet. In den USA nennen sie die größten Sporthelden nur mit Vornamen. Nowitzki ist einer von ihnen.

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Schließlich ist er einer der besten Basketballspieler der Welt. Als erstem europäischen Spieler gelang es dem 2,13 Meter großen Power Forward in der NBA, mehr als 20.000 Punkte zu erzielen. Mittlerweile kommt er auf mehr als 29.000 Zähler und liegt damit in den Top-Ten der Liga-Geschichte.

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Dabei erlebte Nowitzki einen schweren Start in den USA. Anfang 1999 kam er als 20-Jähriger in die NBA und hatte zunächst große Probleme, sich an das Niveau zu gewöhnen. Oft wurde er verspottet, oft wurde er "Irk" genannt - ohne "D" für Defense.

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Doch Nowitzki schloss mit seinem vielseitigen Spiel zu den NBA-Superstars auf und wurde zu einer beständigen Größe der Dallas Mavericks.

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Die Popularität des "German Wunderkind" stieg nicht nur bei den Fans in Dallas und Deutschland. Von 2002 bis 2012 war er immer Allstar und immer in einem der drei All-NBA-Teams vertreten.

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Gemeinsam mit seinen Freunden Steve Nash und Michael Finley machte Nowitzki die Mavericks zu einem Gewinnerteam. 2001 stand der Klub zum ersten Mal seit elf Jahren wieder in den Playoffs. Danach verpasste Nowitzki nur 2012/2013 die Endrunde um die Meisterschaft.

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Auch mit der deutschen Nationalmannnschaft feierte Nowitzki Erfolge. 2002 holte die DBB-Auswahl bei der Weltmeisterschaft Bronze, 2005 bei der EM sogar Silber. Bei beiden Turnieren bekam Nowitzki die Auszeichnung zum MVP.

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Als seinen persönlichen Höhepunkt nennt Nowitzki immer die Olympischen Sommerspiele 2008 in Peking. Nowitzki war bei der Eröffnungszeremonie in Peking sogar Fahnenträger. In den Jahren danach spielte er seltener für Deutschland, um sich für die harte NBA-Saison zu schonen.

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Zu diesem Zeitpunkt hatte er schon schwere Rückschläge einstecken müssen. 2006 verspielte er mit den Mavs im Finale gegen die Miami Heat eine 2:0-Führung - ein Tiefpunkt in der Karriere des Deutschen.

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Ein weiterer folgte schon ein Jahr später: Trotz der besten Regular-Season-Bilanz der gesamten NBA (67:15) schieden die Mavericks in der ersten Playoff-Runde gegen die Golden State Warriors aus (2:4). Nowitzki spielte schwach, dabei hatte er in der Saison noch überragt.

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Für seine Leistungen in der regulären Saison 2006/2007 wurde er als erster Europäer als MVP ausgezeichnet.

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Nowitzki erreichte in den folgenden Jahren wiederum Top-Niveau und bewies, dass er ein Team führen kann. Obwohl das Team in den Playoffs nicht mehr weit kam, verlängerte er 2010 um weitere vier Jahre. Für seine Treue wurde er 2011 mit dem NBA-Titel belohnt.

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"Ich kann es nicht fassen": NBA-Meister, wertvollster Spieler der Finalserie - all das war für Dirk Nowitzki kurz nach dem entscheidenden sechsten Spiel in Miami zu viel. In der Serie gegen die favorisierten Heat wurde Nowitzki endgültig zur Basketball-Legende.

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In seiner Heimatstadt Würzburg gab es einen riesigen Empfang für den damals 33-Jährigen. Zehntausende nahmen an der Parade zu Nowitzkis Ehren teil.

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Auch in Zukunft wird Nowitzki für die Dallas Mavericks spielen. Im Sommer 2014 verlängerte der mittlerweile 36-Jährige erneut, diesmal um weitere drei Jahre.

cte/dpa



insgesamt 3 Beiträge
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dreid 08.02.2015
1. Nicht nur auf dem Platz...
...auch off court ein Vorbildlicher Sportler und Mensch. Hätte es gerne gesehen, wenn man noch einen Satz zur Vertragsverlängerung hätte lesen können. Immerhin hat er sein Gehalt (wg. salary cap - NBA m.E. Vorbild!) auf ca. 30% reduziert! So kann der Kader verstärkt werden. Gegenbeispiel: Lakers mit Bryant. Bestbezahlter Spieler 2014/15 (23,5mio$). Und die Lakers sind ganz unten in der conference. Jetzt fällt er auch noch lange aus, Nash (Nowitzkis enger Freund) steht auch noch mit knapp 10mio auf der Gehaltsliste. Ich wünschte es gäbe mehr Menschen wie Dirk!
sucramotto 08.02.2015
2. Vorbildlich durch und durch
Kann nur jedem den Film "Der perfekte Wurf" empfehlen. Toller, vorbildlicher Sportler. Wünsche ihm viel Glück und Gesundheit, dass er vielleicht noch einen weiteren Titel mit den Mavericks holt.
der_ba_be 08.02.2015
3.
ja, der lange hat es immer noch drauf. mit Rondo, Parsons, Ellis und Chandler könnten sie in den Playoffs für Überraschungen sorgen. wieder mal haben die mavs gezeigt, das sie ein " resilient team" sind, unvergessen das comeback gegen miami, als sie im zweiten Spiel der 11er Finals eigentlich komplett vorgeführt wurden. Ein zweiter Titel wäre ihm absolut zu gönnen, auch um viele zweifler verstummen zu lassen, die sagen, der erste Titel wäre nur ein "fluke" gewesen...
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