Dirk Nowitzkis 20. NBA-Saison So lange es eben geht

In der Nacht zum Donnerstag ist Dirk Nowitzki in seine 20. Spielzeit in der NBA gestartet. Immer für denselben Klub. Die Loyalität zu den Dallas Mavericks soll ihm knapp 200 Millionen Dollar wert gewesen sein.

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Als Dirk Nowitzki am 5. Februar 1999 im Spiel der Dallas Mavericks bei den Seattle SuperSonics mit Detlef Schrempf sein NBA-Debüt gibt, ist Bill Clinton noch US-Präsident. Steph Curry und Kevin Durant sind jeweils zehn Jahre alt und in einem lokalen Fernsehsender in Dallas betont der Moderator, dass der Start der NBA-Saison eine gute Gelegenheit sei, sich einmal "mit einem neuen, potenziellen Superstar zu befassen - dem 20 Jahre alten Dirk Nowitzki. Wer immer das auch sein mag."

In der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag begann für die Mavericks mit der Heimpartie gegen die Atlanta Hawks die Spielzeit 2017/2018. Nowitzki ist immer noch dabei. Aus dem "neuen, potenziellen Superstar" von damals ist längst jemand geworden, dessen Name in einem Atemzug mit den ganz Großen der NBA-Geschichte genannt wird.

Der Dallas 2011 den lange ersehnten Meistertitel brachte. Der in der ewigen Scorerliste der besten Basketball-Liga der Welt auf Rang sechs steht. Und der eine loyale Legende geworden ist. In den vier großen Profiligen Nordamerikas gibt es nur einen einzigen Spieler, der immer noch für den Verein spielt, bei dem er im vergangenen Jahrtausend seine Karriere begann: Dirk Werner Nowitzki aus Würzburg.

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"Und Mark war immer sehr loyal zu mir"

"Ich habe mich immer hier in Dallas wohlgefühlt. Und Mark war immer sehr loyal zu mir", sagt Nowitzki. Mark, das ist Mavericks-Besitzer Mark Cuban. Er erwarb 2000 den Verein und machte Nowitzki zum Gesicht der Mavericks.

Der belohnte diese Treue, machte das 2001 eröffnete American Airlines Center an der Victory Avenue in Dallas über ein Jahrzehnt lang zu einer Adresse für Siege. Und: Nowitzki verzichtete auf viel Geld, um dem Verein finanziellen Spielraum für die Verpflichtung anderer wichtiger Akteure zu geben.

Erfüllt Nowitzki seinen bis 2019 datierten Vertrag, wird er laut "Business Insider" 252 Millionen Dollar verdient haben. Sehr, sehr viel Geld. Doch wie das Internetportal berichtet, hätte der Power Forward noch 194 Millionen Dollar mehr einstreichen können - wenn er 2008 und 2014 einen Maximalkontrakt verlangt hätte. Aber so richtig hatte sich Nowitzki nie mit einem Vereinswechsel befasst und schon vor einigen Jahren betont, seine Karriere als Maverick beenden zu wollen.

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Nun zieht Nowitzki mit Kobe Bryant gleich. Der ist bislang der einzige Profi der NBA-Geschichte, der 20 Jahre bei einem Verein gespielt hat. Der ehemalige Shooting Guard der Los Angeles Lakers ist, wie Nowitzki, 39 Jahre alt - beendete aber bereits im April 2016 seine Karriere. Genauer: Er musste sie beenden. Sein Körper war den täglichen NBA-Belastungen einfach nicht mehr gewachsen und hatte bereits in den Jahren zuvor (Achillessehnenriss, Bruch des Schienbeinkopfes im Knie, Riss der Rotatorenmanschette in der Schulter) immer wieder Ruhepausen eingefordert.

Es muss nicht Nowitzkis letzte Saison sein

Nowitzki ist in seiner 20. Saison in Dallas etwas langsamer geworden, einige Bewegungen sehen mitunter steif aus. Aber es geht noch, weil es muss.

Das sagt einiges über die Personalpolitik des Vereins aus, der es trotz des engagierten Cuban nicht geschafft hat, einen Nowitzki-Nachfolger aufzubauen. Es sagt aber eben auch sehr viel über Nowitzkis Qualitäten aus. Die schlimmste Zeit ist für ihn ohnehin vorbei. Im Sommer, sagt er, wenn die Familie am Strand liege und er sich dann aufmachen müsse, um allein im Fitnessstudio zu trainieren, sei es schon schwer. Aber das Spiel selbst, das werde ihm immer Spaß machen.

Und deshalb muss diese Saison nicht seine letzte werden. "Dirk hat eine unglaubliche Karriere", sagte Trainer Rick Carlisle. "Und er hat die Tür für ein weiteres Jahr aufgelassen."



insgesamt 5 Beiträge
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Seite 1
vliege 18.10.2017
1. Hochachtung für Nowitzki
MMn einer der besten Allrounder in der NBA Geschichte. Seine Loyalität zu seinem Team und der Stadt ist heutzutage eine Seltenheit.
mr_mitty 18.10.2017
2. Super Typ
Immer, wenn man ihn sieht oder hört, macht er einen total bodenständigen und anständigen Eindruck. Einer, der viel mehr Geld hätte machen können, aber lieber loyal ist als maximal reich. Reich ist er eh. Andere kriegen den Hals nicht voll. Dafür ist er zu cool. Ein echtes Vorbild, nicht nur in sportlicher Hinsicht. Wer den Dokumentationsfilm über ihn nicht kennt: unbedingt ansehen! Alles Gute für die neue Saison!!!
derfranzderkanns 18.10.2017
3. Dibadiba-Dirk
Das wirklich coole ist, das Dallas nach dem legendären "Bad Boy" J.R. Ewing dank Nowitzki auch einen "Good Guy" von fantastischem Format hat. Was dem einen der Whiskey und die Weiber, sind dem andern der Rebound und die Dreier. Bleib gesund Großer! Dein Franz
x8989234 19.10.2017
4. Ok
Eine vierte Milliarde plus ein wenig Klimpergeld von der DKB. In diesem Zusammenhang von Verzicht zu sprechen find ich hipp.
joe.micoud 19.10.2017
5.
@4...Dann würde ich den Artikel lesen. Da ist das mit dem Verzicht genau erklärt.
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