Sport-Stars gegen Trump NFL-Profis bleiben aus Protest in der Kabine

Sie standen während der Hymne Arm in Arm am Spielfeldrand, knieten oder kamen gar nicht erst auf das Feld. Quer durch die Liga haben NFL-Profis gegen Äußerungen von Donald Trump protestiert. Der legte noch einmal nach.

AP

Am dritten Spieltag der National Football League (NFL) haben zahlreiche Spieler ein Zeichen gegen Äußerungen von US-Präsident Donald Trump gesetzt. Während der Nationalhymne knieten sie an der Seitenlinie, standen Arm in Arm zusammen - oder blieben in der Kabine.

Trump hatte Klub-Besitzer dazu aufgefordert, Spieler zu entlassen, die während der Nationalhymne gegen Rassendiskriminierung und Polizeigewalt protestierten. "Würdet ihr es nicht lieben, wenn jemand unsere Flagge verachtet und der Eigner darauf sagt, 'nehmt den Hurensohn vom Feld. Er ist gefeuert. Er ist gefeuert'", sagte er. Trump hatte außerdem zum Boykott der Liga aufgerufen.

Quarterback Colin Kaepernick hatte den Protest vor etwa einem Jahr begonnen, als er statt wie üblich zu stehen während der Nationalhymne kniete. Kritiker wie Trump sehen darin eine Respektlosigkeit gegenüber der amerikanischen Flagge.

Bevor sich Trump am Wochenende zu Wort meldete, war der Protest noch verhältnismäßig klein. An den ersten beiden NFL-Spieltagen hatten nur vereinzelt Spieler während der Hymne aus Protest gesessen, gekniet oder ihre Faust gehoben. Doch die Kritik von Spielern, die auf Trumps Äußerungen folgten, war gewaltig. Möglicherweise hat der US-Präsident diese Wucht unterschätzt. Deshalb waren die Reaktionen am Spieltag mit Spannung erwartet worden. Und der Protest weitete sich aus: Mehr als hundert Spieler saßen oder knieten während der Hymne.

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Protest in der NFL: Arm in Arm

Allerdings treffen Trumps Äußerungen bei vielen Fans der NFL auf Zustimmung. Sie finden es ebenfalls respektlos, dass Spieler während der Hymne nicht aufstehen. Kaepernick wurde in der vergangenen Saison in gegnerischen Stadien ausgebuht, auch nun gab es an vielen Orten Pfiffe, die sich mutmaßlich gegen die Spieler richteten, die protestierten.

Auch Trump meldete sich erneut zu Wort. In einer Twitter-Nachricht schrieb er, Stehen mit eingehakten Armen sei "gut", Knien sei hingegen "nicht akzeptabel". Außerdem verbreitete er einen Post, der zum Boykott der NFL aufrief. Kurze Zeit später legte er noch einmal nach und schrieb, dass "tapfere Patrioten für unsere großartige amerikanische Flagge kämpften und starben" - deshalb müsse sie respektiert und geehrt werden. Gegenüber Journalisten sagte Trump am Sonntag, es gehe um nichts anderes als "Respekt für unser Land".

Einige Reaktionen im Überblick:

  • Am Sonntag begann der Protest bei der Partie zwischen den Jacksonville Jaguars und den Baltimore Ravens. Zahlreiche Spieler knieten während der Nationalhymne, andere standen eingehakt an der Seitenlinie. Sogar Shahid Khan, Besitzer der Jaguars, reihte sich ein und stand Seite an Seite mit seinen Spielern.
  • Fast alle Profis der Pittsburgh Steelers blieben während der Nationalhymne in der Kabine. Trainer Mike Tomlin sagte, dass seine Spieler diese Entscheidung nicht trafen, "um Respektlosigkeit gegenüber der Nationalhymne zu zeigen", sondern um sich vom "Sachverhalt zu distanzieren". Alejandro Villanueva stand als einziger Spieler draußen - allerdings nicht wie gewöhnlich an der Seitenlinie, sondern vor dem Kabineneingang.
  • Die Seattle Seahawks blieben vor der Partie bei den Tennessee Titans ebenfalls in der Kabine. Man werde nicht für die Ungerechtigkeit aufstehen, denen farbige Spieler in diesem Land ausgesetzt seien, teilte das Team mit. Anschließend betrat man eingereiht in Vierergruppen das Stadion, um Zusammenhalt zu zeigen. Die Titans schlossen sich an und blieben der Hymne ebenfalls fern.
  • Andere Besitzer folgten dem Beispiel von Khan und reihten sich zwischen ihren Spielern ein. Das ist bemerkenswert, weil viele NFL-Besitzer bis zuletzt zu den Unterstützern von Trump gehörten. Einige von ihnen hatten ihn während des Wahlkampfs finanziell unterstützt oder an der Amtseinführung teilgenommen. Sogar Robert Kraft, Besitzer der New England Patriots, der mit Trump persönlich befreundet ist, distanzierte sich in einem Statement.
  • Spieler der Miami Dolphins wärmten sich in T-Shirts auf, auf denen "I'm with Kap" stand und zeigten sich damit solidarisch mit dem aktuell vereinslosen Quarterback Kaepernick.
  • Spieler der Philadelphia Eagles standen wie viele andere Teams Arm in Arm an der Seitenlinie. Zwischen Ihnen standen aber auch mehrere Polizeibeamte.
  • Aber nicht nur NFL-Spieler und Klubbosse setzten ein Zeichen: Rico Lavelle, der bei der Begegnung zwischen den Atlanta Falcons und den Detroit Lions die Nationalhymne sang, kniete sich am Ende seines Auftritts hin und hob seine Faust.

ehh

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insgesamt 40 Beiträge
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diebewerterin 25.09.2017
1.
Richtig so!!!! Korrekt diese Sportler!! Setzen das richtige Zeichen. Respekt!
annoo 25.09.2017
2. Echte Kerle
Ich frage nich langsam, wer Trump noch unterstützt ausser denen, die ihm unmittelbar unterstellt und/oder von seiner Gnade abhänhig sind
gibmichdiekirsche 25.09.2017
3. Bartel und der Most
Vielleicht sollten die US-Amerikaner mal damit anfangen, nicht bei jeder, aber auch wirklich jeder schnöden Gelegenheit nationale/patriotische Gesten zu zelebrieren. Ich stelle mir mit Grausen vor, vor jedem Bundesligaspiel würde die Nationalhymne intoniert. Da gehören Fangesänge hin, aber doch keine Bekenntnisse zu nationalen oder patriotischen Werten. Ok, zugegeben, andere Länder, andere Sitten. Ich kann jedoch die knienden Spieler bestens verstehen, dass sie dieses Ritual ihrerseits nutzen, dem orangegelockten Herrn im Weißen Haus zu zeigen, was sie von ihm halten. Soll er doch ruhig zum Boykott der NFL aufrufen; die Vereine und Fans werden ihm schon zeigen, wo Bartel den Most holt.
zabadac 25.09.2017
4. kennt man sonst nur aus diktaturen
jeder despot erwartet das man in flaggen ein symbol für ihn sieht und sie daher "verehrt". aber ein frei gewählter präsident? auch noch nie gehört....
sven2016 25.09.2017
5.
Trump glaubt, dass Amerikaner "für die Flagge" gekämpft haben und gestorben sind? Der hat zu viele John-Wayne-Filme geschaut. Oder den US-Wahn mit der hohlen Symbolik von Flaggenaufziehen und Nationalhymne täglich absingen schon ab dem Kindergarten nicht durchschaut. Nein, das macht keinen Patrioten aus.
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