Doping-Affäre Ullrich weist neue Anschuldigungen zurück

Der spanische Arzt Eufemiano Fuentes soll vor der diesjährigen Tour de France sein Doping-Netzwerk nach Hamburg verlagert haben. Jan Ullrich will davon nichts wissen. Der Radprofi kann über die neuen Anschuldigungen nur den Kopf schütteln.


Hamburg - "Wenn ich etwa lesen muss, dass sich die Affäre um den spanischen Arzt Dr. Fuentes nach Hamburg ausgeweitet haben soll und wiederum mein Name in diesem Zusammenhang genannt wird, kann ich nur den Kopf schütteln", schrieb der Toursieger von 1997 auf seiner Homepage: "Ein Gerücht wird nicht dadurch wahrer, dass es einmal gedruckt und dann ständig wiederholt wird."

Radprofi Ullrich: "Nur den Kopf schütteln"
DPA

Radprofi Ullrich: "Nur den Kopf schütteln"

Nach Erkenntnissen der ARD soll Radprofis in einem Hamburger Hotel und einem Apartment Blut in größeren Mengen entnommen worden sein. Die spanischen Ermittler gehen laut ARD davon aus, dass die in Hamburg behandelten Sportler zu den Topfahrern zählten und als Teilnehmer der Tour de France 2006 vorgesehen waren. Die Identität der Fahrer ist bisher ungeklärt.

In einem sichergestellten Kalenderblatt des mutmaßlichen Doping-Rings von Fuentes sind unter anderem für den 20. Juni hinter einer Nummer "1" mit verschlüsselten Bezeichnungen Blutextraktionen und -infusionen eingetragen. In den bei den Razzien sichergestellten Dokumenten mit der Nummer "1" war im Regelfall angeblich Ullrich bezeichnet worden. Der einstige T-Mobile-Kapitän war einen Tag vor dem Tour-Start von dem Bonner Rennstall suspendiert worden und hat sich am vergangenen Wochenende mit seinem früheren Arbeitgeber auf eine vorzeitige Beendigung des Fahrervertrags verständigt.

pav/sid



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