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25. Juli 2013, 15:32 Uhr

Bolt zum jamaikanischen Doping-Skandal

"Ich bin sauber"

Usain Bolt empfindet für die beiden Doping-Verdächtigen Asafa Powell und Tyson Gay Mitgefühl. Der Superstar hofft, "dass sich alles aufklärt". Er selbst habe nie gedopt, vertraue lediglich auf Vitaminpräparate.

Hamburg - Sein großer Konkurrent, Asafa Powell? Positiv. Sprinterin Sherone Simpson? Positiv. Diskuswerferin Allison Randall? Positiv. Diskuswerfer Traves Smikle? Positiv. Am Donnerstag kam noch ein Spieler der Nationalmannschaft hinzu, der ebenfalls eine positive Probe abgegeben hatte. Jamaika steckt tief in einem Dopingskandal, ein Ende scheint derzeit nicht in Sicht - eher im Gegenteil: Fast wöchentlich kommen neue Verdachtsfälle hinzu.

Nun hat sich erstmals der größte Sportstar des Landes zu dem Thema geäußert, Usain Bolt. In London, wo der 26-Jährige am Freitag am Diamond League Meeting teilnimmt, stellte er sich den Fragen der Journalisten. Er selbst, so Bolt, sei sauber. "Ich werde laufend getestet, zuletzt vorgestern. Das gehört zu meiner Routine", sagte der 100-Meter-Weltrekordhalter (9,58 Sekunden) und sechsfache Goldmedaillengewinner bei Olympischen Spielen.

Die Dopingfälle seiner Konkurrenten Powell und Tyson Gay seien bedauerlich. "Das hat uns zurückgeworfen und ist ein großes Problem, aber ich kann mich darum nicht kümmern. Ich muss ausblenden, was andere machen, und mich auf mich konzentrieren", sagte Bolt. Doping sei ein großes Problem. "Aber wie damit umzugehen ist, entscheiden andere. Die werden schon wissen, was richtig ist."

"Das muss schlimm für die beiden gewesen sein"

Während sich Ex-Weltmeister Gay noch nicht zu den Umständen seiner positiven Probe geäußert hat, weist Powell jede Schuld von sich und macht ein verseuchtes Nahrungsergänzungsmittel für seinen positiven Test auf das verbotene Stimulanzmittel Oxilofrin verantwortlich. Bolt zeigte überraschend Mitgefühl für die mutmaßlichen Betrüger: "Das muss schlimm für die beiden gewesen sein. Ich hoffe für sie, dass sich das alles aufklärt."

Ob er selbst sicher sein könne, nichts Verbotenes eingenommen zu haben, ohne es zu merken, wurde Bolt gefragt. "Man muss ganz genau aufpassen, was man isst. Aber ich habe ein Super-Team um mich herum. Dem vertraue ich voll. Es gibt feste Regeln, an die man sich halten muss. Nichts anderes kann man tun", so seine Antwort.

Zwar würde er Vitaminpräparate zur Nahrungsergänzung zu sich nehmen. "Aber Doping ist keine Maßnahme, die ich ergreife, um bessere Leistungen zu erbringen", versicherte Bolt. Von den zehn schnellsten 100-Meter-Läufern der Geschichte gelten derzeit nur er und sein Landsmann Nesta Carter als unbelastet.

luk/dpa/sid

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