Doping China zieht Olympioniken zurück

Die Volksrepublik China hat kurz vor dem Start der Olympischen Spiele in Sydney 40 Sportler und Funktionäre überraschend wieder abgemeldet.


Eine von Chinas Doping-Sündern: Wu Yanyan wurde im Juli für vier Jahre gesperrt
REUTERS

Eine von Chinas Doping-Sündern: Wu Yanyan wurde im Juli für vier Jahre gesperrt

Sydney - Das Nationale Olympische Komitee Chinas (COC) hat nach Angaben des australischen NOK-Präsidenten John Coates 27 Sportler und 13 Funktionäre von den Sommerspielen in Sydney zurückgezogen. Der Präsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), Juan Antonio Samaranch, begrüßte die Maßnahme. "Ich bin nicht enttäuscht. Ich bin sehr zufrieden, sehr glücklich. Das ist eine sehr gute Nachricht. Sie beweist, dass das Anti-Doping-System funktioniert", sagte der 80-Jährige.

Auf der Website des Internationalen Ruderverbandes (Fisa) war zu lesen, dass Bluttests von sieben Ruderern aus dem Land der Mitte auffällig gewesen wären. In einem Bericht des chinesischen Ruderverbandes an die Fisa heißt es, der Blut-Index der Ruderer sei über dem zulässigen IOC-Grenzwert. Man habe die Athleten zurückgezogen, um ihre Gesundheit zu schützen und die Fairness der Spiele zu gewährleisten. Über die Gründe des Rückzugs der restlichen 20 Sportler - nicht namentlich genannte Schwimmer, Kanuten und Leichtathleten - gibt es bisher nur Spekulationen.

Im Vorfeld der Olympischen Spiele hatte China 2268 Dopingtests durchgeführt. Zuletzt war im Juli die 22-jährige Schwimm-Weltrekordlerin Wu Yanyan für vier Jahre gesperrt worden. Das drastische Vorgehen Chinas gegen die eigenen Sportler ist vermutlich auf die Bewerbung Pekings für die Olympischen Spiele 2008 zurückzuführen.

Mehr zum Thema


© SPIEGEL ONLINE 2000
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.