Olympia 2008 Obergföll bekommt Silber zugesprochen

Speerwerferin Christina Obergföll erhält für ihre Leistungen bei Olympia 2008 nachträglich die Silbermedaille. Der bisherigen Zweiten aus Russland wurde Doping nachgewiesen - und ihr Resultat gestrichen.
Christina Obergföll

Christina Obergföll

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Die frühere Speerwurf-Weltmeisterin Christina Obergföll darf sich mit achtjähriger Verspätung über die Silbermedaille bei den Olympischen Spielen in Peking freuen. Das Internationale Olympische Komitee (IOC) disqualifizierte die Russin Maria Abakumowa wegen Dopings und wies den Leichtathletik-Weltverband Iaaf an, die Sportlerin zu bestrafen und die Ergebnislisten entsprechend umzuschreiben.

"Es ist zu spät. Es hat jetzt für mich keinen großen Mehrwert, sondern mehr einen symbolischen Wert. Es ist jetzt Silber statt Bronze", sagte Obergföll, die beim Istaf in Berlin Anfang September ihre Karriere beendet hatte. "Den Moment der Siegerehrung habe ich ja erlebt." Ihr tue vielmehr die viertplatzierte Britin Goldie Sayers leid, der dieser Moment genommen wurde und die möglicherweise deshalb weniger Sponsoren bekommen habe.

In der Analyse der Proben Abakumowas wurde das verbotene Anabolikum Turinabol festgestellt. Obergföll holte 2008 in Peking die einzige Medaille für die deutschen Leichtathleten. Acht Jahre später in Rio de Janeiro belegte sie als beste deutsche Speerwerferin mit 62,92 Metern den achten Platz.

Aufgrund positiver Nachtests sanktionierte das IOC zudem drei weitere russische Athleten. Die Ergebnisse von Läuferin Inga Abitowa, in Peking Sechste über 10.000 Meter, wurden ebenso annulliert wie jene von 400-Meter-Läufer Dennis Alexejew, der mit Russlands Staffel Bronze geholt hatte. Ebenso für nichtig erklärt wurde auch das Abschneiden der Bahnradsportlerin Jekaterina Gindenko, die 2012 in London im Keirin Achte geworden war.

lst/sid/dpa