Ex-Team-Telekom-Betreuer D'Hont Zabel "größter Schauspieler von allen"

"Sie haben einfach alle gelogen": Jef D'Hont hat nach den Dopingenthüllungen des französischen Senats klare Worte für seine alten Weggefährten im Radsport gefunden. Erik Zabel sei der größte Schauspieler von allen, sagt der ehemalige Betreuer vom Team-Telekom.

Ehemaliger Radprofi Zabel: Also Dopingsünder entarnt
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Ehemaliger Radprofi Zabel: Also Dopingsünder entarnt


Hamburg - Der ehemalige Team-Telekom-Betreuer Jef D'Hont hat den Ex-Rad-Star Erik Zabel nach den jüngsten Dopingenthüllungen den "größten Schauspieler von allen" genannt. "Sie haben einfach alle gelogen, Ullrich, Zabel und auch Teamchef Walter Godefroot, und der größte Schauspieler von allen ist Erik Zabel", sagte D'Hont dem Nachrichtenmagazin "Focus", ohne Details zu nennen.

Der 71-jährige Belgier D'Hont war zwischen 1992 und 1996 als Masseur beim Team Telekom angestellt. Er erhielt wegen Beteiligung an der Festina-Affäre während der Tour de France 1998 eine Bewährungsstrafe. Im April 2007 berichtete er in einem Buch über systematisches Doping im Team Telekom und trat später vor Gericht als Kronzeuge gegen Jan Ullrich auf.

Der frühere Sprintstar Zabel hatte im Mai 2007 während einer Pressekonferenz unter Tränen Dopingmissbrauch gestanden. Er betonte damals aber, nur 1996 kurzzeitig Epo genommen zu haben. Am Mittwoch enttarnte ihn die Anti-Doping-Kommission des französischen Senats als Dopingsünder der Tour de France 1998 - genau wie den 97er-Sieger Jan Ullrich, Marco Pantani und zahlreiche weitere damalige Spitzenfahrer. Ullrich hat den Epo-Gebrauch stets bestritten.

Der renommierte Kölner Dopingexperte Wilhelm Schänzer geht davon aus, "dass 1998 und 1999 noch deutlich mehr Fahrer als die nun Überführten Epo im Blut hatten". Nach der Entwicklung eines Nachweisverfahrens im Jahr 2000 seien die "gleichen Fahrer dann auf Eigenblut-Doping umgestiegen", sagte Schänzer dem Focus: "Zabel und Ullrich sollten endlich die Konsequenzen ziehen und reinen Tisch machen."

mib/sid



insgesamt 53 Beiträge
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paragraphic 27.07.2013
1. Leider werden wir nie erfahren, welch schauspielerisches Talent
unsere Fußballprofis besitzen,weil sie so gut wie nie kontrolliert werden ( in Deutschland gab es dem französichen Bericht zufolge Null Blutproben in 2012 ) und sich auch nie unangenehmen Fragen stellen müssen.
spon-facebook-10000212679 27.07.2013
2. optional
Ullrich hat im Interview des Focus Blutdoping gestanden und zum Gebrauch von Epo in der der Telekomphase rein gar nichts gesagt bzw das er sich darüber nicht äußern möchte,das ist ein himmelweiter Unterschied. Das Verhalten von J Ullrich war immer suspekt und ich hatte das Gefühl das er sich wie ein patziges Kind verhält, aber das ist seine Sache.
andros0813 27.07.2013
3. Generalverdacht bei Höchsteinkommen
Irgendwann werden auch Laien zu Experten und der Journalimusklamauk um die Sportzombis ist nur noch bedingt von Bedeutung. Ist das Schweigen, Lügen Heulen des Jan U. ist inzwischen schwer verkäuflich, versuchts man mit Eric the Acter. Leude aaufwaachen!! Die ersten Reihen im gut bezahlten Profisport sollten generell Dopingchecks ablegen müssen, die Gelder und Titel erst vergeben werden, wenn die Tests durchlaufen sind. Postiv getestet unterstellt Betrugsversuch, ergo lebenslängliche Sperre als Profi und Rückzahlung aller Einnahmen. Mit grosser Sicherheit wäre der Sport wieder glaubwürdig.....aber wer will das schon? Die Kosumenten anscheinend nicht, denn fehlende Zuschauer wäre das andere Regulativ...schade eigentlich.
Little_Hoss 27.07.2013
4. Keine Ahnung, dann einfach mal still sein!
In der 1. und 2. Fußballbundesliga werden von jeder Mannschaft nach einem Spiel 2 Profis auserkoren, die eine Urinprobe geben müssen. Mittlerweile scheint es üblich zu sein bei aufgedeckten Missständen mit dem Finger auf andere zu zeigen. Der Radsport ist einfach unehrlich und dieser Ruf ist in meinen Augen so schnell nicht mehr zu reparieren... zu recht!
made1973 27.07.2013
5. Verehrte SPON-Redaktion,
als bekennender Radsportler und -fan bitte ich Sie nunmehr aufrichtig, einfach sämtliche Berichte zum Thema Radsport einzustellen. Es hat einfach keinen Zweck mehr. Jedes Mal wird es um das Thema Doping gehen oder Leistungen angezweifelt werden - nicht unbedingt von Ihnen aber von den Foristen. Sparen Sie sich daher die Mühe - auch wenn in diesem Jahr mehrere sehr schöne Berichte dabei waren. Es ist einfacher von 'sauberen' Sportarten zu berichten wie Fußball, Leichtathletik, Schwimmen, etc. . Die jeweiligen Verbände sorgen für faire Wettbewerbe. Wie man sieht gibt es nur ein paar wenige schwarze Schafe in anderen Sportarten. Das ist doch Beweis genug! Jedenfalls würden Sie meine Laune wesentlich verbessern, wenn ich einfach nichts mehr vom Radsport lesen müsste. Ich betreibe ihn weiterhin selbst, aber was irgendjemand vor mehr als 15 Jahren unter welchen Umständen gemacht hat, interessiert mich schon lange nicht mehr. Es war damals bereits ein offenes Geheimnis und es hat sich im Grunde nichts geändert. Besten Dank für Ihr Verständnis! Ich wünsche nun allen eine schöne, sportliche Zeit!
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