Doping Disqualifizierte Olympiasiegerin verklagt IOC

Das Thema Doping lässt den Sport nicht mehr los. Jetzt hat die disqualifizierte Turn-Olympiasiegerin Andrea Raducan das Internationale Olympische Komitee (IOC) verklagt.


Andrea Raducan will um ihr verlorenes Gold kämpfen
REUTERS

Andrea Raducan will um ihr verlorenes Gold kämpfen

Bukarest - Am Montag hat die Rumänin Raducan das IOC vor dem Obersten Schweizer Bundesgerichtshof in Lausanne verklagt. Die Aberkennung des Olympiasieges durch das IOC hatte der Internationale Sportgerichtshof (CAS) am 28. September in Sydney bestätigt.

Die Turnerin war nach dem Gewinn des Mehrkampfs des Dopings überführt worden: Die weltbeste Turnerin hatte - allerdings nicht wissentlich - die verbotene Substanz Pseudo-Ephedrin eingenommen. Die 16-Jährige hatte die Tabletten gegen eine Erkältung vom rumänischen Mannschaftsarzt Ioachim Oana erhalten, der deshalb bis einschließlich 2004 für Olympische Spiele gesperrt wurde. Nach dem Spruch des CAS hatte der rumänische NOK-Präsident Ion Tiriac seinen Rücktritt bekannt gegeben.

Gemäß der CAS-Entscheidung bleibt Raducans Teamkollegin Simona Amanar Olympiasiegerin im Vierkampf vor der ebenfalls aus Rumänien stammenden Maria Olaru. Die Bronzemedaille erhält Xuan Liu aus China. "Für mich bedeutet das Gold nichts. Ich nehme es an, weil es Rumänien gehört", sagte Simona Amanar.

"Es ist eindeutig ein Verstoß gegen die Anti-Doping-Regeln des IOC", sagte CAS-Sprecher Mathieu Reeb. Aus Fairnessgründen gegenüber den anderen Athleten habe das Gericht zu keinem anderen Urteil kommen können. "Ich respektiere die Entscheidung des IOC und des CAS. Aber ich hätte lieber Raducan als Olympiasiegerin gesehen", sagte der Präsident des Turn-Weltverbandes, Bruno Grandi (Italien). Verteidigt hat IOC-Generalsekretär Francois Carrard die umstrittene Medaillen-Aberkennung. "Die Entscheidung ist uns nicht leicht gefallen. Doch die Regeln erlauben keine Alternative", sagte er in einer kurzen Stellungnahme.

Die drei CAS-Richter Tricia Kavanagh (Australien), Stephan Netzle (Schweiz) und Maidie Oliveau (USA) hatten ihren Spruch mit Regel 3.3 des Anti-Doping-Codes des IOC begründet. Darin steht, dass jeder Fall von Doping während eines Wettkampfs automatisch zur Annullierung des Ergebnisses führt. Deshalb habe auch die Frage, ob das Stimulanzmittel leistungsfördernd oder nicht gewesen sei, keine Rolle gespielt, hieß es in der schriftlichen Urteilsbegründung.



© SPIEGEL ONLINE 2000
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.