Dopingbericht Pantanis Eltern drohen mit Verleumdungsklage

Er ist einer der Prominentesten auf der Dopingliste des Französischen Senats: Marco Pantani, der Tour-Sieger von 1998, soll seinen Erfolg durch Manipulation erzielt haben. Gegen diesen Vorwurf wollen die Eltern des mittlerweile verstorbenen Italieners klagen.

Ex-Radstar Pantani: Eltern reagieren mit Empörung auf Enthüllungen
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Ex-Radstar Pantani: Eltern reagieren mit Empörung auf Enthüllungen


Hamburg - Die Eltern von Marco Pantani haben mit Empörung auf die Enthüllungen über Epo-Doping des 2004 verstorbenen Tour-Siegers von 1998 reagiert und drohen mit Klagen gegen "Verleumder" ihres Sohnes. "Marco Pantani ist Hunderten, wahrscheinlich sogar Tausenden Anti-Doping-Kontrollen zu jeder Tages- und Nachtszeit in allen Teilen der Welt unterzogen worden. Er wurde niemals positiv getestet und niemals gesperrt. Trotz dieser Wahrheit wird sein Name immer wieder mit Doping in Verbindung gebracht", klagten die Eltern des Italieners.

Pantani sei nicht nur ein "großartiger Radfahrer, der dem italienischen Radsport und Italien Prestige beschert" habe. Er sei vor allem "eine ehrliche Person" gewesen, die "für ihren Mut bekannt war", schrieben die Eltern: "Wir haben unsere Rechtsanwälte beauftragt, diejenigen zu verklagen, die auf irgendeine Weise behaupten, dass Marco in seinem kurzen Leben illegalen Praktiken nachgegangen ist. Unser Sohn ist eine saubere Person."

Pantanis Name steht auf einer Liste von insgesamt 57 Fahrern, die die Anti-Doping-Kommission des französischen Senats am Mittwoch veröffentlicht hatte. Die Kommission hatte die Ergebnisse anonymisierter Epo-Nachtests von Proben der Frankreich-Rundfahrt 1998 analysiert und den getesteten Profis zugeordnet. Die Proben waren im Jahr 2004 anhand neuer Testverfahren überprüft worden.

Das Australische Olympische Komitee hat derweil den geständigen Dopingsünder und Rekordteilnehmer der Tour de France, Stuart O'Grady, von der Athletenkommission des Landes ausgeschlossen. Das AOC hatte den 39-Jährigen nach dessen Geständnis, im Vorfeld der Tour 1998 Epo genommen zu haben, aufgefordert, sein Amt niederzulegen. Nachdem O'Grady dem nicht nachgekommen war, reagierte am Freitag das nationale Olympische Komitee.

Am Montag hatte O'Grady, der zusammen mit dem Amerikaner George Hincapie mit 17 Teilnahmen Rekordstarter bei der Frankreich-Rundfahrt ist, seine Karriere für beendet erklärt.

aha/sid/dpa



insgesamt 17 Beiträge
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dunkelmerkel 26.07.2013
1. Lieber Eltern...
...es hat keinen Sinn. Sobald Sie klagen, wird nochgenauer nachgeschaut und glauben Sie mir...das wollen Sie nicht wissen. Akzeptieren Sie einfach, dass Ihr Sohn die Prinzipien des sportlichen Wettkampfs etwas faslch gedeutet hat und dies haben viele andere auch.
Anaconda666 26.07.2013
2. Klage wegen Verleumdung??
Sag mal gehts noch? Der Mann ist an einer Überdosis Kokain gestorben. Diese Droge alleine hätte gereicht um Ihn zu sperren. Die Autopsie Ergebnissen zu seinem Tod (Zu diesem Zeitpunkt war er noch aktiver Fahrer), sollten reichen um die Klage direkt abzuweisen, damit sich die Gerichte um wichtige Dinge kümmern können.
helgamaus 26.07.2013
3. sinnlos
denn es ist wohl wahr. Wer hat denn wirklich geglaubt, dass die Fahrer bei Bergetappen lächelnd, ohne aus dem Sattel zu steigen, nach oben fahren können. Und das alles ohne Doping.
nickmason 26.07.2013
4.
Dass es beim Tod Pantanis - bei dem es viele Merkwürdigkeiten wie seine (ignorierten) Bitten die Polizei wegen Belästigung zu rufen sowie anschließend schlampige Untersuchung des verwüsteten Zimmers, mangelhafte Befragung der Zeugen und ähnliches gegeben hat - vielleicht nicht mit rechten Dingen zugegangen ist, kann man durchaus hinterfragen, was die Eltern ja auch seit neun Jahren tun. Aber beim Doping von Verleumdung zu reden ist schon ziemlich vermessen, wenn man sich die Glanzzeit des Sportlers und sein Umfeld ansieht. Vor allem vor dem Hintergrund, dass angeblich anstehende Dopingenthüllungen ein Motiv für Pantanis gewaltsamen Tod gewesen sein könnten, was wohl auch von den Eltern schon als Argument angeführt wurde.
gleis_1 26.07.2013
5. oh gott...
...die armen, ich hoffe sie verlieren nicht völlig den blick auf die realität. pantani wurde 1999 wegen dopings vom giro ausgeschlossen und 1995 lag er im kh und konnte wegen eines zu hohen hämatokritwertes nicht operiert werden. sollen sie ihn einfach in ruhe lassen, das bringt doch gar nichts.
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