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20. März 2019, 12:57 Uhr

Dopingermittlungen im Fall des Erfurter Arztes Mark S.

Bluttransfusionen auf Hawaii und in Südkorea

Bluttransfusionen in Deutschland, Österreich, in Südkorea und Hawaii: Die Münchner Doping-Schwerpunktstaatsanwaltschaft hat Details zu ihren Ermittlungen gegen den Erfurter Arzt Mark S. bekannt gegeben.

Im aktuellen Dopingfall um den Erfurter Arzt Mark S. hat die Münchner Staatsanwaltschaft, die sich um den Fall kümmert, bislang 21 Athleten aus acht europäischen Ländern ermittelt, die mutmaßlich Eigenblut-Doping betrieben haben sollen. Das teilte Oberstaatsanwalt Kai Gräber mit. Ob deutsche Sportler darunter sind, wollte er aus ermittlungstaktischen Gründen nicht verraten.

Den 21 Athleten wird vorgeworfen, von 2011 bis zu den Dopingrazzien bei den nordischen Ski-Weltmeisterschaften Ende Februar im österreichischen Seefeld eine dreistellige Anzahl von Bluttransfusionen bekommen zu haben.

Die Sportler "kommen aus fünf verschiedenen Sportarten, darunter sind drei Wintersportarten", sagte Gräber. Die Bluttransfusionen seien weltweit vorgenommen worden - unter anderem in Deutschland, Österreich, der Schweiz, Finnland, aber auch in Südkorea und auf Hawaii.

"Spannende Geschichte mit vielen Wendungen"

Im Februar 2018 hatten im südkoreanischen Pyeongchang die Olympischen Winterspiele stattgefunden. Auf Hawaii findet einmal im Jahr der Ironman der Triathleten statt.

Gräber teilte zudem mit, dass eine fünfte Person aus dem Dopingnetzwerk des Hauptbeschuldigten Sportarztes Mark S. am Montag festgenommen worden ist. Sie habe mutmaßlich Blutdoping transportiert und auch Blutabnahmen und Blutrückführungen bei Athleten vorgenommen.

"Wir haben eine spannende Geschichte mit vielen Wendungen, bei der die letzten Kapitel längst noch nicht geschrieben sind", sagte Gräber.

bka/dpa

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