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08. Januar 2005, 16:42 Uhr

Doping-Fahnder

Museeuw soll Epo genommen haben

Hinter Eddy Merckx ist Johann Museeuw das größte Radsport-Idol der Belgier. Der 38-jährige Ex-Weltmeister beendete in der vergangenen Saison seine ruhmreiche Karriere. Mittlerweile ist fast sicher, dass der „Löwe von Flandern“ nicht nur auf Grund seines Kämpferherzens so erfolgreich war.

Siegertyp: Museeuw bei einem seiner elf Weltcup-Erfolge 2002 in Hamburg
DPA

Siegertyp: Museeuw bei einem seiner elf Weltcup-Erfolge 2002 in Hamburg

Der Brüssel - Nach Informationen von www.radsport-news.com hat Museeuw mit Epo und Aranesp gedopt. Dies geht aus Ermittlungen der Staatsanwaltschaft von Kortrijk hervor, aus denen belgische Medien zitieren. Die Ermittler fingen SMS ab, die Museeuw und der des Dopinghandels angeklagte Tiermediziner José Landuyt austauschten. Landuyt habe Museeuw Ratschläge zur Einnahme der verbotenen Dopingsubstanzen gegeben.

"Aus den abgehörten SMS und Faxen, den Befragungen und den Äußerungen von Landuyt und anderen Leuten geht hervor, dass Johan Museeuw mit Sicherheit Aranesp und Epo genommen hat", heißt es im Bericht der Staatsanwaltschaft. Museeuw, Weltmeister von 1996, war am 8. Oktober vom belgischen Radsportverband wegen seiner Verwicklung in die Tierarzt-Affäre um den mutmaßlichen Hormonschwarzhändler Landuyt für zwei Jahre gesperrt worden. Die Anhörung vor dem Verband war damals auf Wunsch des Klassiker-Spezialisten Museeuw, der seine Karriere im vergangenen Frühjahr im Alter von 38 Jahren beendet hatte, unter Ausschluss der Öffentlichkeit erfolgt. Ihm könnte ein Gerichtsverfahren drohen.

"Nimm Salz und trinke viel"

Die von den Ermittlern abgefangenen SMS sind sehr aufschlussreich. So schickte Tierarzt José Landuyt am 7.Juli 2003 eine SMS an Museeuw mit dem Text: "Du solltest jetzt 80 bis 100 Wespen nehmen, nach dem Start am 9. Juli zwischen 40 und 60. Dann bist du ab dem 19. Juli völlig sauber." Im Sprachcode von Landuyt und Museeuw bedeutete "Wespe" eine Einheit des Produkts Aranesp, das ähnlich wirkt wie Epo. Am 26. Juli 2003 sendete Museeuw eine SMS an Landuyt, in der es aufgeregt hieß: "Ich habe 52!" Damit meinte der Radprofi seinen Hämatokritwert, der über der Schwelle von 50 Prozent lag, ab der eine automatische Sperre erfolgt. Der Veterinär antwortete: "Nimm Salz und trinke viel."

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