Doping-Geständnis Keine Gnade für Basso

Durch sein Geständnis hatte sich Radprofi Ivan Basso Strafmilderung bei einer möglichen Doping-Sperre versprochen. Doch daraus wird nichts: Der Weltverband UCI will den Italiener in jedem Fall für zwei Jahre aus dem Verkehr ziehen. Die zweite Etappe beim Giro d'Italia gewann ein Australier.


La Maddalena - Sollte Basso, der bisher lediglich geplantes Doping gestanden hat, vom italienischen Radsport-Verband keine zweijährige Sperre erhalten, will UCI-Präsident Pat McQuaid vor den internationalen Sportgerichtshof Cas in Lausanne gehen.

Radprofi Basso: Schuss nach hinten
AP

Radprofi Basso: Schuss nach hinten

"Er hat uns zehn Monate belogen und verdient daher keine Gnade. Zwei Jahre halte ich für angemessen", sagte McQuaid beim Start zum Giro d'Italia am Samstag auf La Maddalena. Basso war von Italiens Olympia-Komitee Coni eine Strafmilderung in Aussicht gestellt worden, falls er kooperieren würde. Der Italiener machte nach seinen großspurigen Ankündigungen aber schnell einen Rückzieher und räumte lediglich geplantes Doping ein, ohne dabei einen einzigen Namen zu nennen.

Nach Informationen der "Gazzetta dello Sport" könnte Italiens Olympia-Komitee schon morgen eine Zweijahressperre gegen Basso beantragen. McQuaid lobte ausdrücklich die italienischen Ermittler, die gut mit den spanischen Behörden zusammengearbeitet hätten, um Ergebnisse zu erzielen.

Beim Giro wollen die Verantwortlichen weitere Negativ-Schlagzeilen verhindern. So sollen die Dopingkontrolleure die Radprofis selbst mitten in der Nacht zum Test bitten. Das teilte Mario Zorzoli mit. "Normalerweise werden die Tests früh morgens genommen. Aber diesmal müssen die Fahrer mit überraschenden Tests am Abend und auch während der Nacht rechnen", sagte der Chefmediziner des Weltverbandes UCI nach einem Treffen mit den Ärzten der 22 teilnehmenden Teams.

Die zweite Etappe gewann heute der Australier Robbie McEwen im Massensprint vor den Lokalmatadoren Paolo Bettini und Milram-Kapitän Alessandro Petacchi. Ins Rosa Trikot des Spitzenreiters fuhr der frühere ProTour-Gesamtsieger Danilo di Luca. Der 31-Jährige hatte gestern zum Auftakt mit seinem Liquigas-Team das Mannschaftszeitfahren gewonnen und übernahm heute die Führung von seinem Teamkollegen Enrico Gasparotto durch einen Platz im Hauptfeld. Die neun deutschen Fahrer konnten an den beiden ersten Tagen keine Akzente setzen.

pav/mac/sid



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