Doping im Radsport Schumacher-Prozess bis August verlängert

Weil das Gericht weitere Zeugen vernehmen möchte, hat es den Prozess gegen Radprofi Stefan Schumacher um mindestens fünf zusätzliche Verhandlungstage erweitert. Der geständige Dopingsünder bekräftigte zudem die Vorwürfe gegen seinen früheren Teamchef Hans-Michael Holczer.

Radprofi Schumacher: Weitere Zeugen
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Radprofi Schumacher: Weitere Zeugen


Hamburg - Der Betrugsprozess gegen Radprofi Stefan Schumacher wird sich noch mindestens zwei Monate hinziehen. Die 16. Große Strafkammer des Landesgerichts Stuttgart setzte am bisher letzten Prozesstag fünf zusätzliche Verhandlungstage bis zum 7. August an. Zuvor wird am 24. Juni, am 3. und 4. Juli sowie am 6. August verhandelt. In dieser Zeit werden noch weitere Zeugen vernommen.

Schumachers Verteidigung hatte beim Gericht den früheren Radprofi David Kopp, den früheren österreichischen Sportmanager Stefan Matschiner und den einstigen österreichischen Skitrainer Walter Mayer als Vernehmungszeugen beantragt.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem inzwischen geständigen Dopingsünder Schumacher vor, mit systematischem Doping seinen einstigen Boss beim ehemaligen Gerolsteiner-Team, Hans-Michael Holczer, hintergangen und sich mit seinen Verfehlungen laut Anklageschrift einen "rechtswidrigen Vermögensvorteil" erschlichen zu haben. Es geht um rund 150.000 Euro. Schumacher beruft sich darauf, dass Holczer über seine Dopingpraktiken Bescheid gewusst habe und er ihn deshalb nicht habe betrügen können.

Holczer habe stets nach außen hin dargestellt, dass seine Mannschaften sauber seien, sagte Schumacher am siebten Verhandlungstag. "Hintenrum hat es ihm moralisch nichts bedeutet. Das war seine Art, Dopingkampf zu betreiben." Im konkreten Fall bezog sich Schumacher auf die Zeit der Rad-WM 2007 in Stuttgart.

psk/sid/dpa

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suplesse 05.06.2013
1. Jo, so sind sie fast alle!
Nach vorne raus absolut gegen Doping und dabei die Taschen voll! Meine Erfahrungen im Radsport sind die gleichen.Es gibt aufrechte Kämpfer in der Szene, aber die werden weder ernst genommen, noch vorgelassen in die erste Reihe der Entscheidungsträger.
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