Doping im Radsport Sinkewitz von T-Mobile entlassen

Der nächste Radrennfahrer ist seinen Job los - und einen Werbevertrag. Das T-Mobile-Team hat Patrik Sinkewitz entlassen. Der Profi hat heute auf die Öffnung seiner B-Probe verzichtet. Damit gilt das Ergebnis der A-Probe, Sinkewitz ist des Dopings überführt.

Hamburg - Der vor der Tour de France positiv auf Testosteron-Doping getestete Radprofi Patrik Sinkewitz verzichtet auf die Öffnung der B-Probe. Dies gab der Bund Deutscher Radfahrer (BDR) heute Morgen bekannt. Der Anwalt von Sinkewitz, Michael Lehner, habe dem BDR mitgeteilt, dass sein Mandant auf die Öffnung verzichte, hieß es in der Pressemitteilung. T-Mobile hat den Fahrer daraufhin entlassen, wie es auf der Internetseite des T-Mobile-Teams heißt.

Der 26 Jahre alte Sinkewitz, für den die Tour nach einem schweren Sturz bereits nach der 8. Etappe beendet war, war bei einer Trainingskontrolle am 8. Juni positiv getestet worden. In der A-Probe soll der Testosteron-Epitestosteron-Wert bei 24:1 gelegen haben. Erlaubt ist ein Wert von 4:1. Das Team T-Mobile suspendierte den Fahrer. Die Öffnung der B-Probe war für heute geplant. Sinkewitz droht mindestens eine zweijährige Sperre.

"Wir haben mit der Entlassung die Konsequenzen gezogen", sagte Sportdirektor Rolf Aldag auf der Internetseite des T-Mobile-Teams. "Aber auch wenn es für uns ein Schock ist: es zeigt sich, dass unser eigenes und das Kontrollsystem der Nada wirksam und Trainingskontrollen wichtig sind."

Bereits während der Tour hatte sich Telekom-Kommunikationsdirektor Christian Frommert eindeutig zu dem Thema geäußert: "Klar ist, sollte er die B-Probe nicht öffnen lassen, hat das ebenso die Entlassung zur Folge wie eine positive B-Probe." Aldag hatte die Hoffnung geäußert, Sinkewitz werde offensiv Stellung beziehen: "Ich würde es begrüßen, wenn Patrik bei der Wahrheit bleibt und erklärt, wie es zu der positiven A-Probe gekommen ist."

Laut Aldag muss Sinkewitz nun womöglich sein komplettes Jahressalärs zurückzahlen. T-Mobile gilt als das Radsport-Team mit den härtesten Arbeitsverträgen, in denen hohe Vertragsstrafen bei einem Dopingfall festgeschrieben sind.

Der Mineralwasser-Produzent Förstina hat seinen Sponsorenvertrag mit Sinkewitz gekündigt. Wie das Unternehmen heute mitteilte, ist die dreijährige Zusammenarbeit mit sofortiger Wirkung beendet worden. Mögliche Schadenersatzforderungen würden juristisch überprüft, erklärte das Unternehmen.

Zudem muss Sinkewitz die Ermittlungen der Bonner Staatsanwaltschaft im Auge behalten. Sie hatte Mitte Juni ein Ermittlungsverfahren gegen ihn nach einer anonymen Anzeige wegen des Verdachts des Betruges zum Nachteil seiner Vertragspartner eingeleitet. Derzeit versucht die Behörde zu klären, wer als Vertragspartner in Frage kommt.

Bereits gestern war bekannt geworden, dass der spanische Radprofi Iban Mayo als dritter Fahrer nach dem Kasachen Alexander Winokurow und dem Italiener Cristian Moreni bei der diesjährigen Frankreich-Rundfahrt positiv getestet worden ist. Nach Informationen der Zeitung "L'Équipe" ist Mayo positiv auf das Blutdopingmittel Epo getestet worden. Mayo droht wie Sinkewitz eine lange Sperre. Er hatte am Sonntag als Gesamt-16. die Tour de France beendet.

mig/sid/dpa

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