Doping im Radsport Ullrich schweigt aus Angst, Godefroot will sich äußern

Immer wieder ist sein Name im Zuge des Dopingskandals beim früheren Team Telekom gefallen. Nun hat Walter Godefroot erklärt, in Kürze seine Version der Geschichte zu erzählen. Dass Jan Ullrich weiter schweigt, liegt nach Ansicht eines Sportrechtlers an der Angst vor dem finanziellen Ruin.


Hamburg - "Meine Version kommt", sagte der 63-jährige Godefroot heute der Nachrichtenagentur dpa. Der Belgier war in den Neunzigern als Manager beim Team Telekom und bei T-Mobile tätig und ist derzeit Berater des kasachisch-schweizerischen Astana-Teams. Goodefroot lehnte es aber ab, direkt Stellung zu den von Ex-Betreuer Jef D'hont und den ehemaligen Profis Bert Dietz und Bjarne Riis geäußerten Vorwürfen zu nehmen: "Dazu sage ich nichts - daraus werden sowieso nur wieder Sensationen gemacht."

Ex-Profi Ullrich: Nichts zu sagen
DPA

Ex-Profi Ullrich: Nichts zu sagen

D'hont hatte in seinem Enthüllungsbuch und im "Spiegel"-Interview erklärt, Godefroot hätte die Bezahlung der Doping-Produkte im Team geregelt. Bjarne Riis, 1996 Mannschafts-Kapitän bei Telekom und Tour-de-France-Sieger, hatte bei seinem Doping-Geständnis am Freitag erklärt, der damalige Team-Manager hätte von den Doping-Praktiken im Team wissen müssen und sei "auf einem Auge blind" gewesen.

Dass sich Jan Ullrich weiter in Schweigen hüllt, sieht der Sportrechtler Michael Lehner mit der Angst vor möglichen Regressforderungen von T-Mobile begründet. Lehner, der den Anti-Doping-Aktivisten Werner Franke im Prozess wegen Falschaussage Ullrichs in der Doping-Affäre Fuentes als Anwalt vertritt, sagte zur dpa: "Ich glaube nicht, dass sich Ullrich so sehr vor dem drohenden Betrugs-Prozess in Bonn fürchtet. Er könnte sich mit den Behörden durch ein Geständnis sicher auf eine Geldstrafe einigen. Seine Hauptangst hat mit eventuell drohenden Regressansprüchen von T-Mobile zu tun. Dann wäre er pleite."

Lehner hatte in der Vergangenheit 5000-Meter-Olympiasieger Dieter Baumann und Radprofi Danilo Hondo bei ihren Doping-Prozessen betreut. Er rät Ullrich, "jetzt mit der Wahrheit raus zu gehen". Der Heidelberger Anwalt befürchtet aber, dass der Tour-de-France-Sieger von 1997 seinen Weg des Schweigens stur weiter gehen wird: "Seine Berater werden ihn dazu drängen."

Dabei ist Lehner selbst skeptisch, dass ein Betrugs-Prozess gegen Ullrich Aussicht auf Erfolg hätte. "Ich halte das nicht für Betrug. Wer ist betrogen worden?", sagte der Jurist vor dem Hintergrund der zahlreichen Doping-Geständnisse in der vergangenen Woche, die zu belegen scheinen, dass es im Team Telekom ein flächendeckendes Doping gab. Bis es zur Anklage kommt, könnten laut Lehner "noch Monate" vergehen. Er gehe aber nicht davon aus, dass die Bonner Staatsanwaltschaft das Verfahren einstellen werde.

mt/dpa

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nanouc 27.05.2007
1. leistungssport
Ich hatte das schon mal in einem anderen thread thematisiert. Leistungssport ist dem rock n' roll näher als der ohrenbeichte. Den sauberen ehrlichen sport gibt es nicht. Siehe Mühlegg, Baumann, Ulrich usw usf. Die liste ist endlos. Warum also einer heeren idee nachhängen. Beim popstar regt sich doch kaum noch einer auf, wenn er mal mit koks , h, amphys oder eine minderjährigen erwischt wird. Warum soll der leistungssport anders sein? Also sollte jeder, der leistungssport betreibt mit dem generalverdacht des dopings leben. Dann kann es auch nicht zu solchen szenen wie bei Aldag und Ete kommen. Keine sportförderung durch den staat und wir sparen noch eine menge geld für die ausrichtung von olympia, wm und sonstigen großereignissen. Soll doch dann ein sponsor über pay tv die unterhaltung zahlen. Wie übrigens jetzt schon bei der championsleague.
Stefanie Bach, 27.05.2007
2. Wettbewerb
Zitat von nanoucIch hatte das schon mal in einem anderen thread thematisiert. Leistungssport ist dem rock n' roll näher als der ohrenbeichte. Den sauberen ehrlichen sport gibt es nicht. Siehe Mühlegg, Baumann, Ulrich usw usf. Die liste ist endlos. Warum also einer heeren idee nachhängen. Beim popstar regt sich doch kaum noch einer auf, wenn er mal mit koks , h, amphys oder eine minderjährigen erwischt wird. Warum soll der leistungssport anders sein? Also sollte jeder, der leistungssport betreibt mit dem generalverdacht des dopings leben. Dann kann es auch nicht zu solchen szenen wie bei Aldag und Ete kommen. Keine sportförderung durch den staat und wir sparen noch eine menge geld für die ausrichtung von olympia, wm und sonstigen großereignissen. Soll doch dann ein sponsor über pay tv die unterhaltung zahlen. Wie übrigens jetzt schon bei der championsleague.
Wir diskutieren hier doch nur Symptome einer kulturellen Frage: Sind wir in der Lage, geregelten Wettbewerb zu organisieren und zu praktizieren? Der geregelte Wettbewerb wird durch Doping und Dumping bedroht. Beides sind Angriffe auf die Bedingungen eines geregelten, gerechten Wettbewerbs. Vielleicht hat Ulrich gedopt, wir wissen es nicht, was wir wissen ist, dass die SPD-Fraktion Mitarbeiter zu Dumping-Löhnen beschäftigt, hierher gehört der Schwerpunkt der Aufregeung. Widerspruch! Wir müssen als Gesellschaft die Frage klären, ob wir bereit sind, den Bedingungen eines fairen, geregelten Wettbewerbs zu entsprechen. Der Sport ist nur ein (kleiner) Bereich. Ihn alleine aufzuräumen ist zu wenig. Politik und Wirtschaft gehören ins Zentrum. Stefanie Bach Magazin Deutsch (http://www.magazin.institut1.de/)
Seifert 27.05.2007
3. Doping-Sumpf
Würde Doping zum Offizialdelikt erklärt -also jede Form der Leistungssteigerung durch Manipulation unter Strafe gestellt-ginge zwar im internationalen Sport das Licht aus,es bestünde aber die Chance,dass der Sport insgesamt sauberer würde. Leider bleibt das wohl Utopie,wie ja wohl auch der Amateurstatus Großvaters Art schon längst zu Grabe getragen wurde und damit dem Doping massiven Ausmaßes international der Weg bereitet wurde. Ich befürchte,das keine Sportart(nicht mal Angeln oder "Taubensport")ohne Dope auskommt. Bliebe noch die Freigabe:aber soll man sie wirklich schlucken +spritzen lassen,was das Zeug hält? Schade,Tom Simpsom war ein frühes Zeichen,aber begreifen wollte es keiner!!
Iggy Rock, 27.05.2007
4.
Beides könnte dem Sport helfen, Amnestie und für diejenigen die da nicht mitmachen bzw. für diejenigen die es weiter betreiben härteste Strafen. Mit der Amnestie könnte man erst einmal für die Aufklärung sorgen und mit harten Strafen, jegliches Doping auf Dauer unterbinden. Die jetzigen Sperrungen oder Geldstrafen sind viel zu lasch. Wie wäre es wenn jeder teilnehmende Sportler vor einem Wettkampf einen Vertrag unterschreiben muss der beinhaltet das ihm, bei nachgewiesenem Doping, nicht nur eine 5-10 jährige Sperre droht, sondern er 80-90% seiner finanziellen Einnahmen (vor allem die durch Werbeverträge), aufgrund möglicher Erfolge unter Dopingeinfluss, der Antidopingforschung und evtl. noch humanitärer Hilfe zur verfügung stellen muss? Das würde richtig wehtun und schnellstens zum umdenken führen. Ebenso müsste man Anreize schaffen das Beteiligte schneller und auch überzeugter auspacken, wenn sie etwas wissen. Das man erst nach einer Karriere als Betreuer im Sport plötzlich auf die Idee kommt mal Klartext zu reden und es der öffentlichkeit mitzuteilen ist zu spät.
Pinarello, 27.05.2007
5. Wenn schon, dann aber alle aufzählen!
Zitat von sysopSchwimmen, Wintersport, Leichathletik: Das Thema Doping könnte nach dem Ruf des Radsports auch andere Sportarten ramponieren. Wie kann man den Doping-Sumpf austrocknen? Helfen härtere Strafen oder Amnestie?
Sie bauchen das Thema Doping gar nicht auf den Sport zu begrenzen sondern gleich auf die ganze Gesellschaft beziehen. Also, Nikotin, Kokain, Alkohol, Amphetamine, Ecstasy und "Angstnehmer" schon bei den Schulkindern, der Sport ist nur Teil eines Problemes, das die gesamte Gesellschaft betrifft, was aber automatisch das ERgebnis ist, wenn nur Leistung zählt und per Konkurrenzkampf gnadenlos ausgesiebt wird, siehe Bayern mit seinen Schülern, aber der 4. Klasse, also etwa 10 Lebensjahren wird bereits das gesamte spätere Leben geregelt, wer später mal oben ist oder unten den Bodensatz bildet. Bevor wir hier über Berufssportler urteilen, die wissen ja schließlich was sie machen, fangen wir doch erstmal bei den Kindern im Schulalter an, denn die wissen nicht was mit ihnen gemacht wird.
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