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14. Mai 2007, 20:16 Uhr

Doping im Radsport

Valverde unter Verdacht, Basso unter Druck

Die Gerüchte gab es schon länger, nun sollen die spanischen Anti-Doping-Ermittler die Verstrickung eines weiteren Topstars in den Fuentes-Skandal bestätigt haben: Alejandro Valverde, Tour-Mitfavorit aus Spanien. In Italien wurde erneut eine Sperre gegen Ivan Basso beantragt.

Hamburg - Die Guardia Civil habe gegenüber der französischen Sportzeitung "L'Equipe" bestätigt, dass Valverde, Gesamtsieger der UCI-ProTour 2006, zu den Kunden des Dopingarztes aus Madrid zählte. Dies berichtete heute das italienische Fernsehen. Sieben beschlagnahmte Blutkonserven mit der Bezeichnung "18" und "Valv-Piti" seien eindeutig dem Fahrer des Caisse d'Epargne-Rennstalls zugeordnet worden. Nach Laborberichten aus Barcelona sei in den Blutbeuteln Epo-Doping nachgewiesen worden.

Radprofi Valverde (Archiv): Ebenfalls Fuentes-Kunde?
DPA

Radprofi Valverde (Archiv): Ebenfalls Fuentes-Kunde?

Wie bei dem mittlerweile geständigen Ivan Basso habe Fuentes auch für Valverde als Decknamen den Namens von dessen Hund, "Piti", benutzt. Sollten sich die Berichte bestätigen, ist ein Start bei der Frankreich-Rundfahrt im kommenden Juli so gut wie ausgeschlossen, da sich alle Profiteams in ihrem Ethik-Code verpflichtet haben, keine des Dopings verdächtige Fahrer zu beschäftigen.

Für den Italiener Basso und den ebenfalls geständigen Michele Scarponi forderte unterdessen wie zuvor der Radsport-Weltverband UCI auch die Antidopingkommission des Nationalen Olympischen Komitee Italiens, Coni, eine vorläufige Sperre. Beide Radprofis hatten gestanden, ihr Blut beim spanischen Dopingarzt Fuentes deponiert zu haben. Basso betonte jedoch, Blutdoping nie angewandt zu haben. Beiden droht dennoch ein Sperre von zwei Jahren und in Italien ein Zivilprozess wegen des Verstoßes gegen das Antidopinggesetz.

goe/dpa

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