Doping in der DDR Jenapharm zahlt, Opfer sind ruhig

Wie zuvor bereits der Deutsche Olympische Sportbund entschädigt auch Jenapharm die betroffenen Sportler des früheren DDR-Dopingsystems. Im Gegenzug verzichten die Opfer auf Klagen gegen das Thüringer Arzneimittelunternehmen.


Hamburg - Die Entschädigung über 9.250 Euro erhalten 184 betroffene ehemalige DDR-Leistungssportler. Eine Woche nach einer entsprechenden Vereinbarung zwischen dem Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) mit 167 Opfern zog der frühere Hauptproduzent von anabolen Steroiden für den DDR-Leistungssport nach. Der Fall gilt damit als abgeschlossen.

Darüber hinaus wird die Firma dem Doping-Opfer-Hilfe-Verein 170.000 Euro als Spende zur Verfügung stellen. "Mit der Zahlung wollen wir einen sozialen Beitrag leisten, um das Leid der Betroffenen zu lindern", sagte Jenapharm-Geschäftsführerin Isabel Rothe. Nichtsdestotrotz sei man weiter der Auffassung, dass die Firma keine rechtliche Verantwortung für Folgeschäden des staatlichen DDR-Dopingsystems trage.

DOSB-Präsident Thomas Bach begrüßte die Einigung: "Wir sind sehr erfreut, dass unser Beispiel Früchte getragen hat und eine lange, für die Opfer auch menschlich sehr belastende Phase nun endlich zu Ende ist."

fpf/sid/dpa



© SPIEGEL ONLINE 2006
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.