Gedopter Sprintstar Campbell-Brown wird nur verwarnt

Jamaikas Sprintstar Veronica Campbell-Brown ist im Verfahren um einen positiven Dopingtest glimpflich davongekommen. Statt einer Sperre beließ es der Verband bei einer öffentlichen Verwarnung. Begründung: Die verbotene Substanz wurde angeblich nicht zur Leistungssteigerung verwendet.

Sprinterin Campbell-Brown: Verwarnung nach positiver Dopingprobe
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Sprinterin Campbell-Brown: Verwarnung nach positiver Dopingprobe


Hamburg - Keine Sperre, keine Strafe, nur eine öffentliche Verwarnung vom Verband: Die dreimalige Sprint-Olympiasiegerin Veronica Campbell-Brown wurde nach ihrem positiven Dopingtest nur öffentlich verwarnt und darf weiter an Wettbewerben teilnehmen. Diese Strafe sprach die Disziplinarkommission des jamaikanischen Leichtathletik-Verbandes (JAAA) aus. Die 31-Jährige war am 4. Mai bei einem Meeting in der jamaikanischen Hauptstadt Kingston positiv auf ein Diuretikum getestet worden.

Das verbotene Mittel führt zur Entwässerung des Körpers und kann den Nachweis anderer Dopingmittel erschweren. In einer Stellungnahme des Verbandes hieß es, dass die Kommission "eine Rüge ohne den Zeitraum einer Sperre" bewilligt. Die Athletin habe einen Doping-Verstoß begangen, aber die verbotene Substanz nicht zur Leistungssteigerung verwendet, so die Überzeugung der dreiköpfigen Kommission, deren volle Erklärung nicht veröffentlicht wurde. Campbell-Brown hatte nach dem Bekanntwerden des Falls freiwillig auf Starts bei Wettkämpfen verzichtetund kam so einer Suspendierung durch den Verband zuvor.

Sowohl die Welt-Anti-Doping-Agentur (Wada) als auch der Internationale Leichtathletik-Verband (IAAF) könnten das Urteil noch anfechten. Die IAAF hatte sich jedoch bereits im Juni klar positioniert. "Wir bestätigen, dass es ein Fall ist, aber mahnen auch, die Perspektive zu wahren", sagte damals IAAF-Sprecher Nick Davies: "Es scheint nach den bisherigen Beweisen ein geringfügiger Verstoß gegen unsere Regeln zu sein."

Powell und Simpson im Januar vor Disziplinarkommission

Da wenige Wochen nach der Sprinterin auch der frühere 100-Meter-Weltrekordler Asafa Powell und sein Kollege Sherone Simpson als Doper erwischt wurden, waren Jamaikas Leichtathleten unter Generalverdacht geraten. Vor allem Superstar Usain Bolt musste in den vergangenen Monaten viele Fragen zu Doping beantworten. Powell und Simpson müssen im Januar vor der Disziplinarkommission ihres Verbandes erscheinen.

Campbell-Brown gewann in ihrer Karriere 16 Medaillen bei Weltmeisterschaften und Olympischen Spielen. Ihre größten Erfolge waren die olympischen Goldmedaillen über 200 Meter bei den Spielen 2004 und 2008 und Staffel-Gold 2004 in Athen. Zudem wurde sie 2007 Weltmeisterin über 100 und 2011 Weltmeisterin über 200 Meter.

asi/dpa

insgesamt 2 Beiträge
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Seite 1
sIggy Pop 03.10.2013
1.
Kommt nicht nur mir das Ganze spanisch vor?!?
aurichter 03.10.2013
2. Doping legalisieren
und dann sollen diese sogenannten Sportler sich vollpumpen bis zum gehtnichtmehr. So werden die Bedingungen für alle die es wollen auf einen Nenner gebracht. Aber Sprinter mit Schaum vor dem Mund wollen Bach und Co sicher im TV nicht sehen, lässt sich auch schlecht Werbung dran anbringen.
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