Doping in Freiburg Kommission plant Abschlussbericht für 2015

Einigung im Streit um die Doping-Aufarbeitung an der Universität Freiburg: Chef-Aufklärerin Paoli und Universitätsrektor Schiewer verständigten sich auf die Veröffentlichung eines Abschlussberichtes im Herbst 2015.

Universitätsrektor Schiewer (l.), Doping-Aufklärerin Paoli (r.) (mit Schlichterin Bauer (M.): Streit beigelegt
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Universitätsrektor Schiewer (l.), Doping-Aufklärerin Paoli (r.) (mit Schlichterin Bauer (M.): Streit beigelegt


Hamburg - Der Streit um die Aufarbeitung der Doping-Vergangenheit an der Universität Freiburg ist vorerst beigelegt. Die zuständige Kommission will im Herbst 2015 einen Abschlussbericht vorlegen. Die Universität versprach, in den kommenden Tagen die drei offenen Stellen in der Kommission nachzubesetzen. Nach dem Abschlussbericht sollen die Ergebnisse in einem Symposium diskutiert werden.

"Wir sind sehr erfreut über die Ergebnisse des Gesprächs", sagte die Kommissionsvorsitzende Letizia Paoli nach einem vierstündigen Treffen am Dienstagabend in Stuttgart.

Die Kommission unter dem Vorsitz der Kriminalistin Paoli ermittelt die Doping-Vergangenheit der Hochschule. Sportmediziner der Universität Freiburg waren in den Doping-Skandal des Telekom-Radteams verwickelt. Zuletzt hatte Paoli mehrfach eine Behinderung ihrer Arbeit durch Universitätsrektor Hans-Jochen Schiewer beklagt.

"Wir haben miteinander gerungen und miteinander gearbeitet. Wir werden jetzt diese Arbeit abschließen und aufklären", sagte Schiewer. Für April, Juni und September sind die drei letzten Kommissionssitzungen geplant. Das Schlichtungsgespräch in Stuttgart war eine Initiative von Baden-Württembergs Wissenschaftsministerin Theresia Bauer (Grüne).

"Alle Beteiligten am Tisch waren sich sicher, auf der Zielgeraden nicht stecken bleiben zu wollen", sagte die Ministerin. Sie freue sich, "dass wir sehr realistisch sagen können, in diesem Jahr wird die Öffentlichkeit Ergebnisse sehen können".

Bundesweite Bedeutung

Die Mafia-Expertin Paoli leitet die Kommission seit Dezember 2009. Seit 2007 hat die Arbeit der Wissenschaftler insgesamt rund 1,8 Millionen Euro gekostet.

Die Aufarbeitung ist laut Schiewer aber nicht nur für die Hochschule im Schwarzwald, sondern für ganz Deutschland relevant. "Das ist in der Tat etwas, das von so zentraler und kardinaler Bedeutung ist, dass die monetäre Frage dabei nachrangig ist", betonte er.

Paoli beschwerte sich im Namen der Kommission in den vergangenen Monaten darüber, dass Unterlagen nicht oder verspätet zugänglich gemacht wurden. Zwischenzeitlich drohte sie mit Rücktritt. Von diesem Schritt nahm sie wieder Abstand, als Bauer zu dem Gespräch einlud.

Erst seit wenigen Tagen können sich die Wissenschaftler mit Akten aus zwei Ministerien und der Staatsanwaltschaft Freiburg beschäftigen. Dabei handele es sich "um solche von dopinghistorisch einzigartiger Bedeutung", erklärte Paoli zuletzt. Es seien "teils brisante Unterlagen".

Die sind nach Angaben aller Beteiligten inzwischen weitgehend gesichtet, so dass der Zeitplan bis zum Herbst realistisch sei.

tim/dpa

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