Universität Freiburg Studie zur Doping-Aufarbeitung soll bis Mai 2014 vorliegen

Waren Ärzte der Universität Freiburg Teil des Radsport-Dopingsystems? Und wenn ja, in welchem Umfang? Eine Kommission soll diesen Fragen nachgehen, fühlte sich aber von der Hochschulleitung behindert. Bis Mai 2014 sollen nun Ergebnisse vorliegen.

Rektor Schiewer, Kommissionsvorsitzende Paoli: Ergebnisse zum Mai 2014
DPA

Rektor Schiewer, Kommissionsvorsitzende Paoli: Ergebnisse zum Mai 2014


Hamburg - Seit 2007 ist die Aufarbeitung der Doping-Vergangenheit der Freiburger Universität beschlossene Sache - über diesen Beschluss hinaus geschah allerdings wenig. Die Hochschulleitung habe die Aufarbeitung systematisch behindert und den Arbeitsauftrag manipuliert, lautete der Vorwurf der Evaluierungskommission.

Nun ist der Streit zwischen den Parteien offenbar beigelegt. Bei einem Gespräch im baden-württembergischen Wissenschaftsministerium in Stuttgart verständigten sich die Ministerin Theresia Bauer (Grüne), Uni-Rektor Hans-Jochen Schiewer und die Leiterin der Evaluierungskommission Freiburger Sportmedizin, Letizia Paoli, auf ein gemeinsames Vorgehen. Wie das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst mitteilte, soll der Abschlussbericht der Universität nun bis Mai 2014 vorliegen.

Zudem sicherte Bauer eine finanzielle Unterstützung des Landes zu, weil das Interesse an der Aufklärung über die Universität hinausgehe. "Die Missverständnisse sind ausgeräumt, die Sache ist wieder fest im Blick", sagte Uni-Rektor Schiewer. Paoli erklärte, die Kommission teile das Interesse an einer möglichst zeitnahen Veröffentlichung. Ob dies am besten mittels "einer sukzessiven oder einer Gesamtveröffentlichung" gelinge, solle bei der nächsten Kommissionssitzung im Oktober erörtert werden. Der Umfang des Berichts wird laut Ministerium auf etwa 1000 Seiten veranschlagt.

In den vergangenen Monaten war es zwischen Kommission und Universität zum Streit gekommen, nachdem Paoli den Vorwurf erhoben hatte, bei der Aufklärungsarbeit behindert worden zu sein. Die Universität hatte dagegen die Vorlage des Abschlussberichtes angemahnt. Aufgeklärt werden soll unter anderem, in welchem Umfang Sportärzte der Uni Freiburg in Doping-Praktiken von Radprofis verstrickt waren. Außerdem geht es um den Vorwurf gegen den verstorbenen ehemaligen Olympia-Arzt Joseph Keul, Doping-Forschung betrieben zu haben.

luk/dpa



insgesamt 4 Beiträge
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Seite 1
rics 12.09.2013
1. Da haben sie ja
8 Monate Zeit alles so weit zu vertuschen. Lächerlich.
Hannes2 12.09.2013
2. die Frage
ist vielmehr SIND Ärzte der Uni Freiburg Teil des Fussball-Dopingsystems?
derandersdenkende, 12.09.2013
3. Bitte aufhören!
Zitat von sysopDPAWaren Ärzte der Universität Freiburg Teil des Radsport-Dopingsystems? Und wenn ja, in welchem Umfang? Eine Kommission soll diesen Fragen nachgehen, fühlte sich aber von der Hochschulleitung behindert. 2014 sollen nun Ergebnisse vorliegen. http://www.spiegel.de/sport/sonst/doping-in-freiburg-aufarbeitung-soll-bis-mai-2014-ergebnisse-bringen-a-921959.html
Die Verhöhnung der Bürger muß irgendwo und irgendwann seine Grenzen haben. Wieder mehr als ein halbes Jahr Verschleierungsfrist? Die Bürger haben ein Recht darauf, noch vor der Bundestagswahl die Wahrheit zu erfahren!
derandersdenkende, 12.09.2013
4. Ergänzung
Zitat von derandersdenkendeDie Verhöhnung der Bürger muß irgendwo und irgendwann seine Grenzen haben. Wieder mehr als ein halbes Jahr Verschleierungsfrist? Die Bürger haben ein Recht darauf, noch vor der Bundestagswahl die Wahrheit zu erfahren!
Denunziation ist auch eine Antwort! Nur leider schwer zu beantworten!
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