Doping in Russland Wada gründet Untersuchungskommission

Die Wada macht Ernst: Eine Untersuchungskommission soll die Dopingvorwürfe gegen Russland aufklären. Es ist ein in der Geschichte der Anti-Doping-Agentur bislang einmaliger Schritt.

Dopingkontrolle in Sotschi: Staatliches Betrugssystem in Russland?
DPA

Dopingkontrolle in Sotschi: Staatliches Betrugssystem in Russland?


Hamburg - Die Welt-Anti-Doping-Agentur (Wada) hat nach den Medienberichten über ein staatliches Dopingsystem in Russland erstmals in ihrer Geschichte eine unabhängige Untersuchungskommission ins Leben gerufen. "Die Vorwürfe erfordern weitere Ermittlungen, um die bisherigen Beweise zu bestätigen, weitere Beweise zu sichern und jede Verletzung der Anti-Doping-Regeln zu verfolgen", teilte Präsident Craig Reedie auf der Homepage der Wada mit.

Vorsitzender der Kommission wird der ehemalige Wada-Chef Richard Pound, der auch Vizepräsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) war. Das Gremium wird seine Tätigkeit im Januar beginnen. Es soll herausfinden, "ob es irgendwelche Vergehen gegen den Anti-Doping-Code der Wada oder die internationalen Standards gegeben hat in akkreditierten Anti-Doping-Laboren oder bei Sportlern, Trainern und Ärzten", heißt es in der Mitteilung. Ebenfalls ein Kommissionsmitglied ist Richard McLaren, ein führender Experte in internationalem Recht und Mitglied im Internationalen Sportgerichtshof (CAS).

In der vergangenen Woche hatte die ARD-Reportage "Geheimsache Doping: Wie Russland seine Sieger macht" zahlreiche Zeugenaussagen und belastende Dokumente zu systematischem Doping im russischen Spitzensport geliefert, vor allem in der Leichtathletik. Dies hatte weltweit für Aufsehen gesorgt.

Der Leichtathletik-Weltverband IAAF begrüßte die Ankündigung. "Die IAAF nimmt dies zum Anlass, der Wada ihre volle Unterstützung zu versichern", sagte der im kommenden Sommer scheidende IAAF-Präsident Lamine Diack: "Unser oberstes Bestreben muss immer sein, die Integrität des Wettbewerbs im Hinblick auf die große Mehrheit der sauberen Sportler zu schützen." Die IAAF verwies zudem einmal mehr auf die Arbeit ihrer unabhängigen Ethikkommission, die ihrerseits "gründlich und rigoros" alle Vorwürfe untersuche.

tim/sid

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ginotico 17.12.2014
1.
Wenn die Kommision ihren Abschlussbericht vorgelegt hat, sollte man mal darüber berichten, was die Mitglieder dafür bekommen haben. Gehalt, Reisekosten, Hotelkosten (natürlich 5 Sterne) ect.
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