Nach Auswertung russischer Labordaten Wada verdächtigt 298 Sportler des Dopings

In Russland hat systematisches Doping stattgefunden. Nach Auswertung russischer Labordaten verdächtigt die Wada fast 300 Sportler. Nun sind die internationalen Verbände am Zug.
Die Wada hat die russischen Labordaten ausgewertet

Die Wada hat die russischen Labordaten ausgewertet

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Marc Braibant / AFP

Der Welt-Anti-Doping-Agentur liegen seit Januar die Daten des Moskauer Labors vor, in dem systematisches Doping in Russland vertuscht worden sein soll. Nun hat die Wada laut einer Mitteilung  die ersten Daten analysiert: Demnach verdächtigt sie nun 298 Athleten des Dopings. Das gehe aus der Analyse von 578 Stichproben hervor.

Aus diesen Daten habe die Agentur nun die ersten 43 Beweispakete zusammengestellt und den jeweiligen internationalen Verbänden geschickt. Namen von Verdächtigen oder die jeweiligen Verbände nannte die Wada nicht.

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Die internationalen Verbände sollen die Daten nun bewerten, um mögliche Verstöße gegen Anti-Doping-Regeln zu identifizieren. Dies werde laut Wada "einige Zeit in Anspruch nehmen". In "naher Zukunft" will sie den Verbänden weitere Pakete zur Verfügung stellen, bis Ende des Jahres sollen alle wichtigen Fälle untersucht werden.

Bei Fällen, in denen ein Verband nach Ansicht der Wada nicht angemessen handelt, werde sie den Sachverhalt selbst überprüfen. Die Wada behält sich nach eigener Aussage das Recht vor, entsprechende Fälle dem Internationalen Sportgerichtshof Cas vorzulegen.

Ein Expertenteam der Wada hatte im Januar die Daten aus dem sogenannten Labor-Informations- und Management-System (LIMS) gesichert. In dem angeblich über 20 Terabyte großen Datensatz enthalten sind alle Doping-Testdaten zwischen Januar 2012 und August 2015. In diesem Zeitraum sollen im Moskauer Labor systematisch positive Tests vertuscht worden sein. Die WADA erhielt neben Analysedaten 4524 A- und B-Proben von russischen Athleten, die im Dopingverdacht stehen.

ptz/sid/dpa
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