Doping Innenministerium will Einführung von Kronzeugenregelung überprüfen

Das Erfurter Doping-Netzwerk konnte auch aufgedeckt werden, weil es mit Johannes Dürr einen Kronzeugen gab. Nun wollen Politiker der CDU und SPD eine Korrektur des Anti-Doping-Gesetzes prüfen.

Doping-Kontrolleur
Hendrik Schmidt / DPA

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Mehrfach war im Zuge des Blutdopingskandals um den Erfurter Arzt Mark S. eine Kronzeugenregelung für geständige Athleten gefordert worden. Stephan Mayer, CDU-Staatssekretär im Bundesinnenministerium, zeigt sich nun offen für die Einführung einer solchen Regel als Ergänzung des Anti-Doping-Gesetzes von 2015.

"Der Hinweis der Ermittler, dass wir das an sich bewährte Anti-Doping-Gesetz um eine spezielle Kronzeugenregelung für Sportler ergänzen sollten, ist sehr ernst zu nehmen", sagte Mayer der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Auch Justizministerin Katarina Barley von der SPD kündigte der "Süddeutschen Zeitung" gegenüber an, entsprechende Änderungen prüfen zu wollen.

Mayer zufolge solle die "Evaluierung des Anti-Doping-Gesetzes" bis Ende 2020 abgeschlossen sein. "Wenn sich aber alle Beteiligten einig werden, könnte das Anti-Doping-Gesetz durchaus vorzeitig um eine Kronzeugenregelung erweitert werden", sagte Mayer.

Während der Nordischen Ski-WM in Seefeld hatten Dopingermittler unter dem Namen "Operation Aderlass" an verschiedenen Orten Razzien durchgeführt. Mittlerweile haben im Zuge dessen neun Athleten Geständnisse abgelegt. Insgesamt stehen 21 Sportler aus acht europäischen Ländern, darunter auch Deutschland, unter Verdacht. Nach Einschätzung der Ermittler waren dabei die Aussagen von Kronzeuge Johannes Dürr entscheidend. Der österreichische Skilangläufer hatte erst in der ARD und dann auch bei den Behörden ausgepackt.

mrk/sid



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