Frist im Doping-Streit Keine direkten Konsequenzen für Russland

Bis zum Jahresende sollte Russland der Welt-Anti-Doping-Agentur Zugang zu Daten aus dem Moskauer Kontrolllabor gewähren. Die Frist ist verstrichen - unmittelbare Sanktionen bleiben aus.

Wada-Chef Craig Reedie (Archivbild)
AP

Wada-Chef Craig Reedie (Archivbild)


Nach Ablauf des Ultimatums, das die Welt-Anti-Doping-Agentur (Wada) Russland gestellt hat, gibt es keine direkten Konsequenzen. Russland hätte bis zum 31. Dezember den Zugang zu Daten aus dem Laboratory Information Management Systems (LIMS) gewähren müssen.

Im September hatte die Wada die russische Dopingagentur Rusada begnadigt - obwohl die Voraussetzung dafür, nämlich die Daten und Proben aus dem Kontrolllabor herauszugeben, noch nicht erfüllt worden war. Die Frist wurde bis Jahresende verlängert. International rief die Entscheidung Kritik hervor.

Nun ist die Frist abgelaufen - und nichts scheint zu passieren. In einer Mitteilung auf ihrer Website gab die Agentur bekannt, dass ein Komitee den Fall bewerten werde, um am 14./15. Januar eine Empfehlung an die Exekutive auszusprechen.

"Ich bin bitter enttäuscht, dass die Datenübergabe nicht innerhalb der Frist erfolgt ist. Die Wada hat unablässig mit den russischen Behörden daran gearbeitet, dass die Frist eingehalten wird, was im Interesse eines sauberen Sports gewesen wäre", sagte Wada-Präsident Craig Reedie.

Vor dem Statement hatten internationale Experten am Dienstag ihre Empörung zum Ausdruck gebracht. "Die Situation ist ein totaler Witz und peinlich für die Wada und das globale Anti-Doping-System", twitterte US-Antidoping-Chef Travis Tygart: "Niemand ist überrascht, dass die Frist ignoriert wurde, und es ist Zeit für die Wada, sich nicht mehr zum Spielball der Russen machen zu lassen und sie sofort für 'nicht regelkonform' zu erklären. Wir machen strikt Athleten haftbar, deswegen sollten Staaten, die durch nicht weniger als den größten Doping-Skandal der Sportgeschichte saubere Athleten berauben und die olympischen Werte korrumpieren, ebenfalls zur Verantwortung gezogen werden."

Zuletzt war eine fünfköpfige Delegation der Wada ohne Ergebnisse aus Moskau zurückgekehrt. Die russischen Behörden hatten die technische Ausrüstung der Kontrolleure erst nach russischem Recht zertifizieren wollen. Rusada-Chef Juri Ganus sah darin eine Behinderung der Untersuchung der Moskauer Labordatenbank. In der Folge wandte er sich in einer Videobotschaft an Wladimir Putin mit der Bitte, Russland vor der Isolation vom Weltsport zu schützen.

mrk/sid



insgesamt 2 Beiträge
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alterego13 02.01.2019
1.
Schipulin hat wegen der ständigen Anwürfe aufgegeben- Welche belastbaren Beweise gibt es überhaupt? Das alles ist doch nur ein Politikum- .
pv51 02.01.2019
2. berichten sie dich bitte etwas genauer
war der Nada bekannt, dass es in Russland Gesetze gibt, die eine Zertifizierung vorschreiben? darüber könnte sich die russische Agentur natürlich nicht hinwegsetzen. würden dann die Prüfgeräte rechtzeitig nach Russland gebracht? das ist doch wichtig für die Beurteilung eines eventuellen. Regelverstosses der Russen. wie war das also?
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