Doping Landis bestreitet weiter alle Vorwürfe

Er bleibt hartnäckig: Floyd Landis behauptet weiterhin, bei seinem Tour-Sieg im vergangenen Jahr nicht gedopt gewesen zu sein und macht Laborfehler für die Ergebnisse verantwortlich. In den kommenden Tagen muss er sich weiteren Anhörungen durch die US-Anti-Doping-Agentur stellen.


Hamburg - Tour-de-France-Sieger Floyd Landis hat zu Beginn seiner Anhörung vor der amerikanischen Anti-Doping-Agentur Usada sämtliche gegen ihn erhobenen Dopingvorwürfe abgestritten. Zudem bezeichnete der Verteidiger des US-Rad-Profis, Maurice Suh, die Anklage in Malibu bei Los Angeles als "komplettes Desaster für die Anti-Doping-Bewegung" sowie das gesamte Verfahren als "völligen Blödsinn". Dem 31-Jährigen, droht wegen Testosteron-Dopings die Aberkennung seines im vergangenen Jahr errungenen Tour-de-France-Sieges sowie eine zweijährige Sperre. Landis hatte stets selbst auf ein öffentliches Verfahren bestanden.

Floyd Landis: Argument Laborfehler
REUTERS

Floyd Landis: Argument Laborfehler

Auf Anordnung der Usada waren sieben Proben, die bei der Tour noch negativ waren, nachträglich mit exakteren Methoden untersucht und positiv getestet worden. Es gebe keine natürliche Erklärung für den hohen Testosteronwert, der nach der 17. Etappe bei Landis festgestellt worden war, betonte Usada-Anwalt Richard Young am Montag. Landis bestreitet jedoch, gedopt zu haben und macht Laborfehler für die Befunde verantwortlich.

Dem Labor der französischen Anti-Doping-Agentur, das Landis' Urin nach der Tour untersucht hatte, will Suh acht Verletzungen "internationaler Richtlinien" nachweisen: "Ein Desaster wie dieses entsteht nicht durch ein oder zwei Dinge, die schieflaufen. Es resultiert aus zahlreichen Fehlern, die alle zur gleichen Zeit passieren." Usada-Rechtsanwalt Richard Young ließ sich von den Vorwürfen nicht beeindrucken. "Dies ist einer von mehreren Dutzend ähnlich gelagerten Fällen, nichts Besonderes. Unabhängig vom Ablauf dieses Verfahrens waren die Testergebnisse positiv. Jetzt müssen wir zwei Fragen klären. Erfüllen diese Ergebnisse alle Kriterien für einen positiven Befund? Und sind die Ergebnisse verlässlich?", erklärte Young.

Landis wäre der erste Gewinner in der 104-jährigen Geschichte der Tour de France, dessen Titel nachträglich aberkannt würde. Für die Anhörung an der Pepperdine-University sind neun weitere Tage eingeplant. Bis kommenden Mittwoch sollen unter anderem noch mindestens ein Dutzend Wissenschaftler gehört werden. Unabhängig vom Ausgang des Verfahrens ist für die Parteien noch der Gang vor den Internationalen Sportgerichtshof Cas in Lausanne möglich.

fpf/fs/dpa



© SPIEGEL ONLINE 2007
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.