Dopingskandal Nada fordert Russlands Ausschluss von Winterspielen 2018

Für Rio de Janeiro hat es nicht geklappt. Jetzt wünscht sich unter anderem die deutsche Anti-Doping-Agentur für 2018 Olympische Spiele ohne russische Beteiligung.

Andrea Gotzmann
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Andrea Gotzmann


Die nationalen Anti-Doping-Agenturen von Deutschland und Österreich haben einen Komplett-Ausschluss Russlands von den Olympischen Winterspielen 2018 in Pyeongchang gefordert. "Wir haben das schon für die Sommerspiele in Rio gefordert, und unsere Meinung hat sich nicht geändert", erklärte Andrea Gotzmann, Vorstandsvorsitzende der deutschen Agentur, am Rande einer gemeinsamen Pressekonferenz mit der Nada Austria der ARD.

"Wir haben die Winterspiele schon in anderthalb Jahren, und auch hier muss gesagt werden: Russland hat von staatlicher Seite aus das Anti-Doping-System unterlaufen und betrogen", sagte Gotzmann. "Deshalb muss auch für Pyeongchang ein Ausschluss gefordert werden."

Richard McLaren, der im Auftrag der Welt-Anti-Doping-Agentur in Russland ermittelte, hatte in seinem Ermittlungsbericht den Nachweis für die Anschuldigung geliefert, dass im Kontrolllabor bei den Winterspielen 2014 in Sotschi positive Dopingproben von russischen Sportlern ausgetauscht wurden.

"Die Situation ist also noch schlimmer", sagte Michael Cepic, Geschäftsführer der Nada Austria. "Die Strukturen lassen sich nicht von heute auf morgen verändern. Deshalb fordern wir den Komplett-Ausschluss von 2018."

aev/dpa



insgesamt 8 Beiträge
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NAL 08.08.2016
1. Bisher gab es ausser Anschuldigungen… nichts
Es ist eine Farce ohne Gleichen. Man könnte ja auch mal einen Brief an das IOC und ähnliche Konsortien schreiben, wo vom systematischen Doping in Deutschland und den USA die Rede ist. Ob es da auch so einen Aufruhr gibt. Bisher ist nur ein klar. Wenn zwei das Gleiche Tun muss es nicht gleich eingeschätzt werden. Wer genug Geld hat kann sich die Richtung der Handlung erkaufen. Siehe Europa und Amerika. Man schämt sich für diese Menschen.
hdwinkel 08.08.2016
2. Aufmerksamkeitsökonomie
Jetzt ist doch erst einmal gut. Die nächsten Spiele sind noch eine Weile hin. Was will die Chefin der NADA denn, sollen alle russischen Wintersportler jetzt den Sport einstellen, weil sie in eineinhalb Jahren eh gesperrt wären? Das ist doch absurd. Wie wäre es dagegen mit klaren Vorgaben, welche Kriterien russische Sportler zu erfüllen haben, um teilnehmen zu können? Wenn es der NADA um Fairness geht, dann doch bitte im Sinne der Athleten. Oder soll sie doch ein Geschäftsmodell draus machen und fragen, ob sie zukünftig in Russland prüfen darf. Ich ahne aber, daß die NADA Chefin eher darum bemüht ist Gelder für die Stiftung einzutreiben, die Gelegenheit ist günstig, das 'Hau den Russen' Lager groß. Also reine Aufmerksamkeitsökonomie.
hei-nun 08.08.2016
3. Was sonst !?
Dass in Sotschi massiv betrogen wurde, wird im WADA-Bericht klipp und klar beschrieben und mit diversen Fakten (DNA, geöffnete Urin-Proben ...) bewiesen. Jetzt helfen die vielen russischen Desinformationen und Ausreden (Sippenhaft ..., Einzel ..., Beweise ..., die anderen auch ..., Russland-Bashing ..., politisch ..., immer nur die Russen ...) nicht mehr. Die Russen müssen glaubwürdig werden ! Am besten anfangen mit: "OK ihr habt ja recht ...". Betrug darf sich nicht lohnen !!
yossariania 08.08.2016
4. Nicht ganz.
Zitat von hei-nunDass in Sotschi massiv betrogen wurde, wird im WADA-Bericht klipp und klar beschrieben und mit diversen Fakten (DNA, geöffnete Urin-Proben ...) bewiesen. Jetzt helfen die vielen russischen Desinformationen und Ausreden (Sippenhaft ..., Einzel ..., Beweise ..., die anderen auch ..., Russland-Bashing ..., politisch ..., immer nur die Russen ...) nicht mehr. Die Russen müssen glaubwürdig werden ! Am besten anfangen mit: "OK ihr habt ja recht ...". Betrug darf sich nicht lohnen !!
Der MacLaren-Report spricht davon, dass Spuren an den Innenseiten der Probefläschchen davon zeugen, das die Proben nachträglich geöffnet und wieder verschlossen wurden. Die Spuren sind dabei ein Indiz, ein anderes Indiz sind die Aussagen Rodschenkos. Das sind dann aber auch schon alle Indizien. Der MacLaren-Report sagt aber auch glib und klar, das man absolut keine Ahnung hat, wie der FSB die Proben geöffnet haben soll. Bewiesen ist damit gar nichts. Die Beteiligung des FSB beruht - so wie es im Bericht aussieht - auf den Aussagen eines einzigen Zeugen, nämlich Rodschenkos. Die Indentifizierung namentlich benannter Miatarbeiter des FSB beruhte auf deren Zutrittsberechtigung. Wie gesagt, alles starke Indizien, aber keine Beweise, weder im juristischen, noch im logischen Sinne.
Herkules67 08.08.2016
5. Anstrengungen
Putin will nächstes Jahr die Wahl zum Präsidenten nach seinem Gusto ausgehen lassen. Danach kommen die Olympischen Winterspiele und die Fussball-WM. Das birgt mächtigen Sprengstoff, man darf gespannt sein, wer in nächster Zeit umgarnt und hofiert wird. Einen Ausschluss und ähnliches Ungemach kann er sich nicht leisten. Aber wie heisst es so schön? Lügen haben kurze Beine, wer einmal damit anfängt, kann nicht mehr aufhören, gilt für den Sport und für die Regierung.
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