Reaktion auf Erfurter Dopingnetzwerk Nada führt Kontrollen vor Wettkämpfen ein

Bisher galten Infusionen direkt vor Wettkämpfen aufgrund der Gefahr für die Gesundheit als unwahrscheinlich. Weil einige Athleten aber auch dieses Risiko eingehen, reagiert die Nationale Anti-Doping-Agentur nun.
Armbinde eines Dopingkontrolleurs (Symbolbild)

Armbinde eines Dopingkontrolleurs (Symbolbild)

Foto: Hendrik Schmidt / DPA

Im Laufe des durch die "Operation Aderlass" aufgedeckten Dopingnetzwerks um den Erfurter Arzt Mark S. war klar geworden, wie Sportler mit manipuliertem Blut Dopingkontrollen umgehen können: Indem sie sich das Blut erst unmittelbar vor Beginn des Wettkampfs wieder spritzen lassen - denn bislang fanden die Dopingtests ausschließlich nach dem Wettkampf statt und nicht davor. Das hat sich in Deutschland nun geändert, wie der "Deutschlandfunk"  berichtete.

Dem SPIEGEL gegenüber bestätigte die Nationale Anti-Doping-Agentur (Nada), dass "die neue Erkenntnis, dass Bluttransfusionen am Wettkampftag unmittelbar vor dem sportlichen Ereignis durchgeführt werden" zu einer Überarbeitung des Kontrollsystems geführt habe. Konkret: "Die Nada führt Blut- und/oder Urinproben auch am Wettkampftag vor einem Wettkampfstart durch." Wie kurz vor einem Start es Kontrollen geben soll, ließ die Nada unbeantwortet.

Somit könne der Nada zufolge Blutdoping "eindeutiger im Biologischen Athletenpass" entdeckt werden. Im Radsport seien bereits Kontrollen vor einigen Rennen durchgeführt worden. Weitere Ausdauersportarten würden folgen.

Bislang wurde diese Praxis als unzumutbar den Athleten gegenüber bewertet. Bluttransfusionen direkt vor Wettkampfbeginn sind besonders gefährlich für die Gesundheit, weshalb sie als unwahrscheinlich galten. Auf die neue Erkenntnis, dass einige Sportler auch dieses Risiko eingehen, reagiert die Nada nun. Dabei sei es allerdings wichtig, "auf die Verhältnismäßigkeit der Kontrollmaßnahmen vor einem Wettkampf" zu achten.

mrk
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