Doping im Radsport Rasmussen belastet Ex-Teamchef Riis schwer

Wusste Bjarne Riis, dass in seinen Rennställen gedopt wurde? Der frühere Telekom-Profi behauptet: nein. Doch neue Aussagen des geständigen Dopingsünders Michael Rasmussen legen nahe, dass Riis ihm beim Dopen zugesehen hat. Nun könnte es zu einer Klage gegen Riis kommen.
Saxo-Teamchef Bjarne Riis: Rasmussen beim Dopen zugesehen?

Saxo-Teamchef Bjarne Riis: Rasmussen beim Dopen zugesehen?

Foto: NICOLAS BOUVY/ dpa

Hamburg - Ja, er habe während seiner aktiven Zeit als Radsportler gedopt, gab Bjarne Riis, Tour-de-France-Sieger von 1996, im Jahr 2007 im Zuge des Skandals um das Team Telekom zu. Aber Doping unter ihm als Teamchef eines Rennstalls? Das habe es nie gegeben. Die von ihm seit 2001 geleiteten Rennställe CSC und Saxo Bank seien sauber gewesen, behauptete der Däne stets.

Diese Aussagen stellt Riis' früherer Fahrer Michael Rasmussen nun erheblich in Frage. Riis, heute 49, habe während ihrer gemeinsamen Zeit bei CSC von 2001 bis 2003 mit eigenen Augen gesehen, dass Rasmussen gedopt habe. Das schreibt der 39-Jährige laut der dänischen Zeitung "BT" in seiner in Kürze erscheinenden Biografie "Gelbes Fieber".

Demnach habe Riis gewusst, dass Doping in seinem Team weit verbreitet war und dass auch Ärzte die Fahrer dabei unterstützten. In seinem Buch nennt Rasmussen zudem einige dänische Fahrer aus Riis' Rennstall, die angeblich ebenfalls Dopingpräparate genutzt hätten.

Die Aussagen Rasmussens vor der Wahrheitskommission des niederländischen Radsportverbands und der dortigen Anti-Doping-Agentur im Sommer hatten den Ausschlag für Untersuchungen der dänischen Anti-Doping-Agentur über mutmaßliche Dopingpraktiken in den Rennställen von Riis gegeben. Die erneuten Vorwürfe Rasmussens könnten nun zu einer Klage gegen Riis, derzeit Manager des Saxo-Tinkoff-Rennstalls, führen.

psk
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