Wintersport Doping-Razzien bei Nordischer Ski-WM und in Deutschland

Im österreichischen Ski-WM-Ort Seefeld und auch in Deutschland sollen derzeit Razzien gegen das organisierte Doping stattfinden. Das berichten ARD und "Süddeutsche Zeitung" übereinstimmend.

Ski-WM in Seefeld (Symbolfoto)
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Ski-WM in Seefeld (Symbolfoto)


Nach Informationen der "Süddeutschen Zeitung" und der ARD-Dopingredaktion laufen seit Mittwochvormittag im österreichischen Ski-WM-Ort Seefeld und auch in mindestens einem deutschen Ort Polizeieinsätze gegen organisiertes Doping. Dabei soll es um den Verdacht von Dopingpraktiken rund um die WM gehen, schrieb der ARD-Dopingexperte Hajo Seppelt auf Twitter. Das österreichische Bundeskriminalamt koordiniert demnach die Einsätze.

Ein Sprecher des österreichischen Bundeskriminalamts wollte die Berichte auf SPIEGEL-Anfrage nicht kommentieren. Es werde jedoch im Laufe des Tages eine Pressemitteilung geben. Ob deutsche Athleten unter Verdacht stehen, wurde nicht bekannt. Nach Angaben der österreichischen "Kronen"-Zeitung habe es auch im Quartier der Skilangläufer des Gastgeberlandes einen Polizeieinsatz gegeben.

Die Maßnahmen basieren offenbar auf Erkenntnissen, die Ermittlungen im Anschluss an die ARD-Dokumentation über den österreichischen Skilangläufer Johannes Dürr gebracht haben. Der 2014 des Dopings überführte Österreicher hatte berichtet, dass er in Deutschland Blutdoping betrieb. Namen von dopenden Teamkollegen und Dopinghelfern nannte Dürr öffentlich jedoch nicht.

Die ARD-Dopingredaktion meldete, dass in Erfurt ein Einsatz in der Praxis eines Sportmediziners laufe, an dem Zollbeamte beteiligt seien. Der Arzt habe Verbindungen in den Hochleistungssport, auch in den Nordischen Skisport. Einem Sprecher der Landespolizeiinspektion Erfurt war davon nach eigenen Angaben allerdings noch nichts bekannt.

Ein Sprecher des Deutschen Skiverbandes teilte mit, dass das DSV-Team in Seefeld "keinen Sachstand" habe und "keine Auswirkungen" spüre.

jan/sid



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