Doping-Sprinter Ben Johnson will olympisches Gold zurück

Vor 18 Jahren sprintete er allen davon. Bei den Olympischen Spielen in Seoul lief Ben Johnson Weltrekord. Kurze Zeit später wurde er des Dopings überführt. Der Kanadier ist weiterhin von seiner Unschuld überzeugt. Schon bald will er alles aufklären - und so seine Medaille wieder erlangen.


Montreal - "Es war mein Urin, aber was darin gefunden wurde, wurde mir untergeschoben", erklärte Johnson. Drei Tage nach seinem Triumph über die 100 Meter war er positiv getestet worden. Beweise für seine Unschuld nannte Johnson im Interview mit "Radio Canada" aber nicht. "Ich weiß, wer es getan hat, ich kenne jetzt die ganze Wahrheit. Die ganze Welt hat darüber spekuliert, und es war ein geheimnisvoller Mann", so der 44-Jährige.

Ex-Sprinter Johnson: "Es war ein geheimnisvoller Mann"
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Ex-Sprinter Johnson: "Es war ein geheimnisvoller Mann"

Im kommenden Jahr will er die Verschwörung aufdecken und sich so rehabilitieren. "Noch ist der Moment nicht gekommen, damit an die große Öffentlichkeit zu gehen. Es ist nicht schwer zu beweisen. Eines Tages werde ich die Medaille zurückerhalten", erklärte Johnson. Dem positiven Test sei eine "Falle" vorausgegangen, betonte er.

Johnson hatte das Sprint-Finale am 24. September 1988 in der Fabelzeit von 9,79 Sekunden gewonnen und einen Weltrekord aufgestellt. Die Goldmedaille wurde dem gebürtigen Jamaikaner wegen des Fundes anaboler Steroide in seiner Urinprobe jedoch nachträglich aberkannt und seinem US-Rivalen Carl Lewis zugesprochen. Johnson wurde für vier Jahre gesperrt.

pav/sid



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