Doping-Verdacht Altmeister Zäck bestätigt positive Probe

Am Wochenende war es nur eine Meldung über einen des Dopings verdächtigten deutschen Triathleten. Doch nun steht fest, wer positiv getestet wurde - Spitzensportler Jürgen Zäck. Der 40-Jährige beteuert seine Unschuld.


Hamburg - Einen Tag nach der Bekanntgabe einer positiven Dopingprobe bei Deutschlands Top-Triathleten durch den Verband hat Zäck heute ein öffentliches Geständnis abgelegt. "Hiermit möchte ich erklären, dass ich der betroffene Athlet bin." Zäck war am 22. Mai im Training getestet worden, Anfang Juli teilte ihm die Deutsche Triathlon Union (DTU) mit, dass die A-Probe eine erhöhte Etiocholanolon-Konzentration aufweist. Ein auffälliger Wert dieses Stoffes deutet auf Doping mit Steroidhormonen wie Testosteron hin. Das Ergebnis der B-Probe soll Ende dieser Woche vorliegen.

Triathlet Zäck: Warten auf die B-Probe
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Triathlet Zäck: Warten auf die B-Probe

Schon vor der endgültigen Überführung seines Kollegen äußerte sich Triathlet Normann Stadler hämisch über den neuesten Fall. "Wieder einer weniger. Wir kriegen sie alle", sagte der 33-Jährige, der 2004 den Ironman auf Hawaii gewonnen hatte. Beim Ironman Germany 2004 war die Heidelbergerin Katja Schumacher positiv auf Testosteron getestet worden. Wenig später wurde der Braunschweigerin Nina Kraft der Sieg auf Hawaii wegen Blutdopings aberkannt.

Den positiven Dopingbefund führt Zäck auf den Verzehr eines "kontaminierten Nahrungsergänzungsmittels" zurück. Er habe während seiner Trainingsphasen verschiedene handelsübliche Präparate zur besseren Regeneration genommen, ließ der Sportler verlauten. Die Produkte hätten laut Etikettierung keine Substanzen enthalten, die auf der Dopingliste stehen.

"Das mag ja richtig sein, ist aber keine Entschuldigung. Jeder Sportler ist für sich selbst verantwortlich", sagte DTU-Präsident Klaus Müller-Ott. "Erst nach der B-Probe werde ich mich über meine Emotionen zu diesem Fall äußern." Zäck betonte: "Ich habe während meiner Karriere nie verbotene Mittel zur Leistungssteigerung genommen und gehöre zu den DTU-Athleten, die am häufigsten Trainings- und Wettkampfkontrollen unterzogen wurden."

Zäck, der mit 7:51:42 Stunden die weltweit zweitbeste Zeit über einen Triathlon hält, hatte am vergangenen Sonntag beim Ironman Germany in Frankfurt am Main seine aktive Karriere beenden wollen. Er sagte seinen Start dann aber offiziell wegen anhaltender Rückenprobleme ab. Ob Zäck wie geplant künftig in der von der DTU und Ironman-Veranstalter Xdream gegründeten Triathlon-Stiftung zur Nachwüchsförderung mitarbeiten darf, ist nun äußerst unwahrscheinlich.

ach/sid



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