Doping-Verdacht Staatsanwaltschaft ermittelt gegen T-Mobile-Teamärzte

Die Enthüllungen des ehemaligen Radsport-Masseurs Jef D'hont im SPIEGEL könnten bald auch die Gerichte beschäftigen. Nach der Anzeige des Zellforschers Werner Franke ermittelt nun die Staatsanwaltschaft gegen zwei Ärzte des T-Mobile-Teams. Der Rennstall will morgen reagieren.

München - Wolfgang Maier, Oberstaatsanwalt der Staatsanwaltschaft Freiburg, bestätigte der "Süddeutschen Zeitung" die Einleitung eines Ermittlungsverfahren gegen die Mannschaftsärzte des T-Mobile-Rennstalls, Andreas Schmid und Lothar Heinrich. "Es besteht ein Anfangsverdacht, der es rechtfertigt, dass wir Ermittlungen aufnehmen", sagte Maier der Zeitung. Die Behörde reagiert damit auf eine Anzeige des Dopingexperten Franke. Der Heidelberger Arzt bezieht sich in seiner Anzeige auf die Enthüllungen des Belgiers Jef D'hont.

"Damit haben wir gerechnet", sagte T-Mobile-Sprecher Christian Frommert auf Nachfrage von SPIEGEL ONLINE. "Wir begrüßen das Verfahren. Es ist wichtig, das Aktion in die Sache kommt und die Staatsanwaltschaft etwas tut", sagte Frommert weiter.

Über ein mögliches Ende der Beschäftigung der Ärzte im T-Mobile-Team wollte sich Frommert noch nicht äußern. "Bob Stapleton (der Teammanager, d. Red.) wird heute noch mit Lothar Heinrich telefonieren. Morgen werden wir eine Entscheidung bekannt geben", so Frommert.

D'hont war in den neunziger Jahren Masseur beim damaligen Team Telekom und behauptet in einem soeben erschienenen Buch sowie in einem ausführlichen Gespräch mit dem SPIEGEL, dass es im Team Telekom organisiertes Doping mit Hilfe der Freiburger Ärzte gegeben habe. Franke erstattete daraufhin Anzeige wegen Verdachts auf Verstöße gegen das Arzneimittelgesetz und wegen versuchter Körperverletzung.

Die Enthüllungen D'honts waren auch Thema des heutigen SPIEGEL-ONLINE-Chats mit SPIEGEL-Autor und Doping-Experte Udo Ludwig. Das Chat-Protokoll finden Sie hier.

goe/fpf/sid

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