Doping-Verfahren Tour-Start von Contador rückt näher

Die Entscheidung wird vertagt: Alberto Contador muss sich nicht wie ursprünglich geplant Anfang Juni vor dem Sportgerichtshof Cas erklären. Der unter Dopingverdacht stehende spanische Radprofi kann somit auf eine Teilnahme an der Tour de France hoffen.

Radprofi Contador: Aussage vor dem Cas verzögert sich
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Radprofi Contador: Aussage vor dem Cas verzögert sich


Hamburg - Das Doping-Verfahren gegen Alberto Contador wird möglicherweise erst nach der Tour de France entschieden. Ursprünglich sollte sich der Spanier im Zeitraum vom 6. bis 8. Juni vor dem Internationalen Sportsgerichtshof Cas wegen seines positiven Dopingtests erklären. "Es ist klar, dass dieser Termin nicht mehr zutreffend ist. Aber noch steht nicht fest, ob die Anhörung trotzdem noch vor der Tour de France durchgeführt wird", sagte Contadors Sprecher Jacinto Vidarte.

In der kommenden Woche werde es ein Treffen geben, bei dem mögliche Termine der Anhörung diskutiert werden. Der Cas und der Radsport-Weltverband UCI gaben zu den neuen Entwicklungen keine Erklärungen ab. Die spanische Sportzeitung "As" berichtete von einem möglichen Termin zwischen Mitte Juli und Anfang September und berief sich dabei auf Aussagen des Rechtsanwalts Luis Sanz, der den spanischen Radsportverband vertritt.

Contador beim Giro erfolgreich unterwegs

Der Weltverband sowie die Welt-Anti-Doping-Organisation (Wada) hatten vor dem Cas Einspruch gegen den Doping-Freispruch für Contador durch den spanischen Verband eingelegt. Contador war durch eine bei der Tour de France 2010 genommene Probe positiv auf das muskelbildende Mittel Clenbuterol getestet worden. Der dreimalige Tour-Sieger führte das Ergebnis auf den Verzehr von verseuchtem Rindfleisch zurück, der spanische Verband folgte der Argumentation des Profis. Seit dem Freispruch ist Contador startberechtigt. Der 28-Jährige vom Team Saxo Bank führt derzeit die Gesamtwertung beim Giro d'Italia an.

Sowohl die UCI als auch Tour-Direktor Christian Prudhomme hatten stets darauf gedrängt, dass eine Entscheidung noch vor dem Start der Frankreich-Rundfahrt (2. bis 24. Juli) fallen solle. Offen ist, welche Schritte Prudhomme unternehmen wird.

Zwar könnte der Franzose Contador zur unerwünschten Person erklären, eine Ausladung dürfte rechtlich jedoch keiner Prüfung standhalten. Bei der Tour 2009 verweigerte der Veranstalter Tom Boonen den Start wegen eines positiven Kokaintests aus dem Frühjahr. Der Belgier klagte erfolgreich dagegen und durfte starten.

ged/dapd/dpa/sid

insgesamt 2 Beiträge
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arizonajunior 26.05.2011
1. gibt's da wirklich noch was zu diskutieren?
der radsport - und nicht nur der profi-radsport - ist kaputt. den kann ich nicht mehr ernst nehmen. erinnert irgendwie an die bodybuilding-szene, nur werden wohl andere substanzen eingeschmissen.
anon11 26.05.2011
2. .
Zitat von sysopDie Entscheidung wird vertagt: Alberto Contador muss sich nicht wie ursprünglich geplant Anfang Juni vor dem Sportgerichtshof Cas erklären. Der unter Dopingverdacht stehende spanische Radprofi kann somit auf eine Teilnahme an der Tour de France hoffen. http://www.spiegel.de/sport/sonst/0,1518,765096,00.html
Ein Show-Event. Der "Sieger" sollte am besten erst in 10 Jahren geehrt werden, bis dahi nkönnten dann die Dopingsünder der Tour 2011 ermittelt sein.
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