Doping Vier Leichtathleten müssen Athen-Medaillen zurückgeben

Sie hatten Gold, Silber und Bronze gewonnen - aber nicht mit fairen Mitteln: Vier Leichtathleten aus Osteuropa, allesamt in Wurfdisziplinen angetreten, müssen nun ihre olympischen Medaillen von den Sommerspielen in Athen zurückgeben. Ein weiterer Fall wird noch untersucht.

Olympische Spiele in Athen 2004: Vier Medaillengewinner müssen Edelmetall zurückgeben
DPA

Olympische Spiele in Athen 2004: Vier Medaillengewinner müssen Edelmetall zurückgeben


Hamburg - Acht Jahre lang durften sich vier Athleten aus Osteuropa über ihre olympischen Medaillen freuen - jetzt müssen sie diese wieder abgeben. Der Grund: Sie hatten das Edelmetall mit unerlaubten Mitteln gewonnen.

Das teilte IOC-Sprecher Mark Adams nach einer Sitzung der Exekutive in Lausanne mit. Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hatte kurz vor der achtjährigen Ablauffrist von den knapp 3700 Dopingproben der Athen-Spiele 105 erneut kontrolliert. Dabei war die Analyse bei fünf Athleten aus Osteuropa positiv ausgefallen. Das Quartett hatte mit anabolen Steroiden gedopt.

"Man muss immer warten, bis einem die Wissenschaft die richtigen Tests liefert. Als wir die Athleten in Athen getestet haben, waren die Proben negativ. Seitdem hat es Fortschritte bei den Tests gegeben. Je mehr Zeit man hat, desto größer wird die Chance, dass die Wissenschaft bessere Tests liefert", sagte IOC-Präsident Jacques Rogge.

Die gedopten Athleten sind die russische Kugelstoßerin Swetlana Kriweljowa (Bronze), Kugelstoßer Juri Bilonog aus der Ukraine (Gold), die weißrussische Diskuswerferin Irina Jatschenko (Bronze) und Hammerwerfer Iwan Tichon aus Weißrussland (Silber). Der Fall des ebenfalls verdächtigen russischen Gewichthebers Oleg Perepechenow ist noch nicht abgeschlossen.

Bilonog hat damit als vierter Olympiasieger von Athen nach Hammerwurf-Sieger Adrián Annus, Diskus-Gewinner Robert Fazekas (beide Ungarn) und Kugelstoßerin Irina Korschanenko (Russland) Gold verloren.

Im Fall von Ex-Radprofi Lance Armstrong ist dagegen noch keine Entscheidung über die Aberkennung seiner Bronzemedaille bei den Sydney-Spielen von 2000 gefallen. "Das IOC will zunächst warten, bis Armstrong vom Radsportverband UCI informiert wurde. Danach können wir aktiv werden und Schritte einleiten", sagte IOC-Präsident Jacques Rogge auf der Pressekonferenz.

Armstrong waren wegen Dopings bereits alle seine sieben Tour-de-France-Gesamtsiege aberkannt worden.

luk/dpa/AP



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